Radtour nach Eberbach

Es waren ja sommerliche Temperaturen angekündigt aber draußen hat es acht Grad und wir müssen die Heizung zum Frühstück einschalten.

Wir kommen wie immer gegen 10 Uhr weg. Heute wollen wir nach Eberbach radeln. Immer am Neckar entlang. Kurz nach Binau überqueren wir an einer Schleuse den Neckar und fahren durch viel Wald meist auf Schotterpisten. Wir bewundern die Burg Zwingenberg über dem Fluß, und sind nach 2 Stunden in Eberbach. Ein nettes Städtchen mit schönem mittelalterlichen Stadtbild.

Ein kleiner aber feiner Buchladen ist unser Ziel. Dort erstehen wir eine Wanderkarte die uns morgen hoffentlich gute Dienste leisten wird. Von der Verkäuferin wurden wir etwas komisch angesehen, weil wir eine Wanderkarte für den Rand des Odenwaldes wollten und keine rund um Eberbach. Unser Mittagessen nehmen wir in einem Lokal, das nicht so recht weiß, ob es Imbiss, Pizzaria oder Döner-Laden oder doch etwas gehobeneres sein möchte.

Camping in der Neckarschleife

Am Freitag, 25.9. beginnt unsere Tour nach Coburg mit einem Aufenthalt am Neckar. Das Neckartal ist ja eigentlich nicht weit weg von uns aber mir trotzdem gänzlich unbekannt. Rainer hat sich zu Corona-Zeiten dort schon einmal umgeschaut und wollte das nun wiederholten.
Da die Autobahn wieder ziemlich voll war, entscheiden wir uns, über die Bundesstraße zu fahren. Wir sparen tatsächlich 50 km und kommen zügig voran, bis die Ausweichroute des Navis uns in einen Stau lotst. Wir dürfen geduldig Hoffenheim bewundern.

Nach knapp zwei Stunden sind wir am Neckar und auf unserem Stellplatz „Fortuna Camping“.

Der Platz liegt in Binau direkt in der Flussbiegung. Es fahren hier tatsächlich auch Frachtschiffe vorbei.

Herbstliche Tour vom Neckar über Bayern in die Steiermark

Jetzt im Herbst geht es für uns noch einmal auf Tour. Den Auftakt machen ein paar gemütliche Tage am Neckar in Binau, wo wir auf dem Fortuna-Camping einen schönen Platz gebucht haben. Eine gute Gelegenheit, die Seele baumeln zu lassen und das goldene Flusstal in Ruhe zu genießen.
Mit Beginn des Oktobers zieht es uns dann nach Coburg, wo sich die „Meierhöfer-Gang“ zu ihrem jährlichen Treffen einfindet. Gespannt bin ich auf die kulinarischen Höhepunkte! Was bietet die Oberfranken-Metropole? Nur die Festung?
Danach brechen wir gemächlich Richtung Graz auf. Dort steht für mich die alljährliche Challenge an: der Grazer Marathon, der in zwei Runden absolviert wird. Mein taktischer Plan lautet: Wenn ich nach Runde eins die Beine nicht mehr spüre, steige ich eben auf die Halbmarathon-Distanz um. So richtig gut trainiert fühle ich mich dieses Jahr nicht.
Und kaum ist der Marathon gelaufen (in welcher Form auch immer), wartet schon die nächste Etappe: Kurz danach geht es zurück nach Karlsruhe.

Unser Plan

Jetzt geht‘s nach Hause

Jetzt geht‘s nach Hause

Auf unserem Rückweg bietet sich ein Besuch bei Rainer’s Cousine in Hamburgs Stadtteil Vierlanden an. Zwischen den Elbdeichen erstrecken sich große Grundstücke mit Gartenbaubetrieben, viele mit Reed gedeckte Häuser und natürlich die Elbe mit ihren unterschiedlichen Armen. Bettina wohnt direkt an einem der Elbe-Seitenarme. Wir genießen einen sehr schönen Abend und können direkt auf dem Grundstück unserer lieben Gastgeber übernachten.

Alsfeld

Wir beschließen, ca. 100 km vor Frankfurt den Stellplatz in Alsfeld anzufahren. Die letzte Nacht verbringen wir in dem hübschen, mittelalterlichen Städtchen in Hessen an der A5. Die Fahrt verläuft natürlich nicht so entspannt. Bei jedem neuen Geräusch werden wir nervös. Trotz vorsichtiger und eher langsamer Fahrt reicht es uns nach 400 km. Am nächsten Tag geht’s weiter nach Hause.

Das Nordkap muss also noch ein bisschen warten, aber wir werden bald einen neuen Anlauf starten. Unser erster Eindruck von Schweden war sehr gut und wir sind neugierig auf das Land und natürlich auch auf Norwegen. Vielleicht noch etwas mehr warme Unterwäsche mitnehmen und Rainer noch eine warme, winddichte Hose. Schade, dass wir das Füllen der Gasflaschen nicht testen konnten.

Bröndby Strand und Kopenhagen

Erstmals regnet es auf der Tour fast den ganzen Tag. Wir nehmen die Fähre von Helsingborg nach Helsingør. Die Fahrt über den Öresund dauert. Bei Kopenhagen hat uns der Verkehrsinfarkt wieder eingeholt. Seit langem stehen wir erstmals wieder im Stau.

Kopenhagen

Kopenhagen stand ja bei unserer ursprünglichen Planung nicht auf der Liste. Aber jetzt wollen wir uns die Stadt natürlich nicht entgehen lassen. Wie sich das für die Fahrradhauptstadt gehört, nehmen wir für unseren Trip das Fahrrad. Wir fahren auf breiten Fahrradstraßen gut 50 Minuten in die Innenstadt. Die Autofahrer sind deutlich rücksichtsvoller als gewohnt. Bei der Anzahl an Radfahrern ist das aber auch zwingend. Gefahren wird schnell und meist ohne Helm. 

Unweit des ältesten noch existierenden Vergnügungsparks weltweit, dem Tivoli, stellen wir unsere Fahrräder ab. Der Vergnügungspark liegt mitten in der Stadt. Wir wandern durch die berühmte Fußgängerzone Stroget. Vorbei am malerischen Nyhavn führt uns unser Weg weiter zur Königsresidenz Amalienborg mit seinen vier um einen Platz gruppierten Gebäuden. Nebenan steht die dem Petersdom in Rom nachempfundene Frederikskirche oder auch Marmorkirche. Unser Ziel: Die kleine Meerjungfrau sitzt traurig auf einem Stein und wird von allen Seiten fotografiert. Die Stadt hat eine sehr schöne Ausstrahlung. Die Leute wirken ziemlich entspannt. Ist halt die Hygge-Stadt.

Besuch bei Marcus und Louise

Wir besuchen einen alten schwedischen Kollegen von Rainer aus Flowserve-Zeiten. Auf der Fahrt nach Mjölby fahren wir von Öland aus Richtung Nordwesten. Das Navi schickt uns über kleine Landstraßen, was uns stark an Nova Scotia erinnert. Viel mehr ist auch hier nicht los. Auch eine Schotterpiste wurde uns vom Navi empfohlen. Das typisch schwedische Wochenendhaus von Marcus liegt zusammen mit anderen kleinen Holzhäusern an einem der vielen kleinen Seen. Marcus und Louise erwarten uns bereits auf ihrer Terrasse. Wir sind zum Barbecue eingeladen und finden direkt auf dem Grundstück einen guten Stellplatz. Es wird ein sehr entspannter Abend mit gutem Essen und Trinken und einer Unterhaltung auf Englisch, Deutsch und Schwedisch. Interessant, wie viel Ähnlichkeit manchmal zwischen Deutsch und Schwedisch besteht. 

Nach einem schwedischen Frühstück verabschieden wir uns von Marcus und Louise.  Wir fahren auf direktem Weg nach Helsingborg. In der dortigen Marina finden wir einen schönen Stellplatz nicht weit vom Fähranleger. Ein Spaziergang führt uns zum Fährhafen und in die Innenstadt.

Bergholm auf Öland

Öland ist eine Insel, die sich direkt gegenüber von Kalmar von Norden nach Süden erstreckt. Das Navi führt uns um Kalmar herum zur Brücke hinüber zur Insel. Öland ist leicht hügelig und besteht aus Kieferwäldern und vor allem landwirtschaftlich genutzten Flächen. Es wird auch überall Reklame gemacht, dass man doch Öländische Produkte kaufen soll. 

Das Schloss Borgholm im nördlichen Teil der Insel gelegen steht auf einem Hügel über dem Meer oberhalb des Ortes Borgholm. Die Ruine ist gut erhalten. Vor 200 Jahren hat das Schloss zuletzt gebrannt und war wohl auch vorher schon am Verfallen. Seinen Höhepunkt hatte das Schloss während der Grenzstreitigkeiten zwischen Dänemark und Schweden vor etwa 400 bis 500 Jahren. 

Wir finden wieder einen schönen Campingplatz am Meer mit langem, feinem Sandstrand. Heidi geht wandern und ich finde etwas Zeit, mich unter Detlef zu legen, um mir eventuelle Schäden unserer Panne anzusehen. Fazit: Wir werden unsere Tour abbrechen müssen. Auf der linken Seite ist eine Schraube von der Rutschpartie auf dem Asphalt fast vollständig weggefräst worden. Die Radaufhängung hängt nur noch an wenigen Millimetern. Das wird hoffentlich noch eine Weile halten, aber eventuell nicht für die gesamte geplante Tour. Also erstmal „Tschüss Nordkap“.

Kalmar

Gegen 11 Uhr verlassen wir den Campingplatz. Das ist ziemlich spät für uns. Wir füllen unsere Vorräte noch bei Lidl auf, ein großer und sauberer Laden. Aldi haben wir noch nicht entdeckt! 

In Kalmar finden wir einen Stellplatz unweit des dortigen als Sehenswürdigkeit angepriesenen Schlosses. Die Besichtigung lohnt sich. Der Ursprung des Schlosses ist ein 1180 gebauter Verteidigungsturm. Der Turm wurde zum Schutz vor Piraten und sonstigen Feinden gebaut. Im 13. Jahrhundert wurde eine Burg um den Turm herum gebaut. 1397 hat die damalige dänische Königin Margarete die sog. Kalmarer Union zwischen Dänemark, Norwegen und Schweden gebildet. 

Die Union wurde unter dem schwedischen König Gustav Wasa 1523 wieder beendet.

Um die Burg gab es dann ein Gerangel. 1611 ging das Schloss an Dänemark, was aber kurz darauf strategisch nicht mehr von Interesse war. (Vgl. kalmarslott.se)

Kunst im Museum

Das Schloss hat überraschend große Säle, die heute für Veranstaltungen genutzt werden. Einzelne Kleidungsstücke der damaligen Königsfamilie sind ausgestellt. Diese sind mit Sicherheit ziemlich schwer. 

Zum Abschluss machen wir noch einen Spaziergang durch die Fußgängerzone von Kalmar und finden endlich einen Geldautomaten. Ein paar Kronen Bargeld könnten vielleicht irgendwann nützlich sein.

Nur hier gibt es Alkohol

Karlskrona

Wir wollen ein paar Tage im Süden Schwedens verbringen und haben uns zunächst einen schön gelegenen Platz auf einer Insel der Stadt Karlskrona ausgesucht. Der Platz bietet die besten Voraussetzungen: Schön gelegen und die Stadt in fußläufiger Entfernung. Gute Duschen, zahlreiche Waschmaschinen und kaum Leute. Wir sind noch deutlich außerhalb der Saison in Schweden. Um Himmelfahrt herum soll aber wohl relativ viel los sein, da macht halb Schweden schon mal ein ganz langes Wochenende. Die Caravans werden auf ihre für den Sommer reservierten Plätze gebracht und der Campingplatz wird für ein paar Tage deutlich teurer.

Trolle auf der Insel

Eine Runde um die Camping-Insel ist zwei Kilometer lang. Es geht am felsigen Ufer entlang und durch ein kleines Wäldchen mit Trollen. Für Kinder mit Sicherheit ganz toll. 

Am Sonntag machen wir einen langen Spaziergang in die Stadt Karlskrona. Am zentralen Platz stehen zwei Kirchen. Die Dreifaltigkeitskirche, eine deutsche Kirche und die Friedrichskirche. Die beiden Kirchen wurden zu einer Kirchengemeinde zusammengelegt. Die Konfession kommt nicht wirklich zur Geltung. Aber die Schweden sind vorwiegend Protestanten. 

Die Stadt ist noch relativ jung, keine 400 Jahre. Sie ist schon immer ein Marinestützpunkt gewesen. 

Jetzt macht uns neben unserem Erlebnis mit unserem Vorderrad auch noch ein Wartungslämpchen ein bisschen unruhig. Der freundliche Platzwart des Campingplatzes empfiehlt uns eine Werkstatt und meldet uns dort auch gleich an. Der Meister dort konnte sein Bosch-Lesegerät an unseren Detlef anschließen und konnte dann aber kein größeres Problem feststellen. 

Vielleicht verabschiedet sich ein Sensor?  Das müsste aber eine FIAT-Werkstatt erledigen. Aktuell brennt die Warnleuchte nicht mehr. 

Kivik

Über Landstraßen fahren wir gemütlich weiter. Irgendwann meldet sich die Bordelektronik und behauptet,mit der Einspritzpumpe sei etwas nicht in Ordnung. Die Kontrollleuchte bleibt beharrlich an und bei jedem Neustart des Motors werden wir darauf hingewiesen doch bald eine Werkstatt anzufahren. 

In  der Nähe von Kivik kann ein kreisrunder großer „Steinhaufen“ besichtigt werden. Es handelt sich um die Reste einer Grabstätte aus der Nordischen Bronzezeit ca. 1000 v. Chr. Zwei Grabkammern wurden entdeckt. Das kleinere Grab wurde auf Grund der Größe „Prinzengrab“ genannt. Die Steine wurden lange Zeit als Baumaterial verwendet bis eine der Kammern entdeckt wurde. Das komplette Grab wurde rekonstruiert ist aber nicht so hoch wie sonst bei derartigen gefundenen Gräbern üblich.

Wir sammeln Erlebnisse und keine Briefmarken