Karlskrona

Wir wollen ein paar Tage im Süden Schwedens verbringen und haben uns zunächst einen schön gelegenen Platz auf einer Insel der Stadt Karlskrona ausgesucht. Der Platz bietet die besten Voraussetzungen: Schön gelegen und die Stadt in fußläufiger Entfernung. Gute Duschen, zahlreiche Waschmaschinen und kaum Leute. Wir sind noch deutlich außerhalb der Saison in Schweden. Um Himmelfahrt herum soll aber wohl relativ viel los sein, da macht halb Schweden schon mal ein ganz langes Wochenende. Die Caravans werden auf ihre für den Sommer reservierten Plätze gebracht und der Campingplatz wird für ein paar Tage deutlich teurer.

Trolle auf der Insel

Eine Runde um die Camping-Insel ist zwei Kilometer lang. Es geht am felsigen Ufer entlang und durch ein kleines Wäldchen mit Trollen. Für Kinder mit Sicherheit ganz toll. 

Am Sonntag machen wir einen langen Spaziergang in die Stadt Karlskrona. Am zentralen Platz stehen zwei Kirchen. Die Dreifaltigkeitskirche, eine deutsche Kirche und die Friedrichskirche. Die beiden Kirchen wurden zu einer Kirchengemeinde zusammengelegt. Die Konfession kommt nicht wirklich zur Geltung. Aber die Schweden sind vorwiegend Protestanten. 

Die Stadt ist noch relativ jung, keine 400 Jahre. Sie ist schon immer ein Marinestützpunkt gewesen. 

Jetzt macht uns neben unserem Erlebnis mit unserem Vorderrad auch noch ein Wartungslämpchen ein bisschen unruhig. Der freundliche Platzwart des Campingplatzes empfiehlt uns eine Werkstatt und meldet uns dort auch gleich an. Der Meister dort konnte sein Bosch-Lesegerät an unseren Detlef anschließen und konnte dann aber kein größeres Problem feststellen. 

Vielleicht verabschiedet sich ein Sensor?  Das müsste aber eine FIAT-Werkstatt erledigen. Aktuell brennt die Warnleuchte nicht mehr. 

Kivik

Über Landstraßen fahren wir gemütlich weiter. Irgendwann meldet sich die Bordelektronik und behauptet,mit der Einspritzpumpe sei etwas nicht in Ordnung. Die Kontrollleuchte bleibt beharrlich an und bei jedem Neustart des Motors werden wir darauf hingewiesen doch bald eine Werkstatt anzufahren. 

In  der Nähe von Kivik kann ein kreisrunder großer „Steinhaufen“ besichtigt werden. Es handelt sich um die Reste einer Grabstätte aus der Nordischen Bronzezeit ca. 1000 v. Chr. Zwei Grabkammern wurden entdeckt. Das kleinere Grab wurde auf Grund der Größe „Prinzengrab“ genannt. Die Steine wurden lange Zeit als Baumaterial verwendet bis eine der Kammern entdeckt wurde. Das komplette Grab wurde rekonstruiert ist aber nicht so hoch wie sonst bei derartigen gefundenen Gräbern üblich.

Simrishamm

Wir wollen uns ein wenig in Schweden akklimatisieren und daher länger auf einem Platz bleiben. Die Entscheidung fällt auf einen schön gelegenen Campingplatz bei Karlskrona. Unterwegs machen wir Halt in Simrishamm. Ein netter Küstenort mit gut erreichbarem kostenlosem Parkplatz am Bahnhof und kurzem Weg in den Innenort. Wir lassen uns treiben und erstehen unser erstes schwedisches Bier für 3,00 €  die Flasche, erhältlich nur in einem speziellen Alkoholladen. Wir haben uns schon gewundert wo die Leute hin verschwunden waren. Im Geschäft ist viel los und es wird fleißig eingekauft. Eigentlich wollten wir in den ICA nebenan, eine Lebensmittelladen-Kette. Den Eingang dazu finden wir aber erst nach Umrundung des Gebäudes. Wir kaufen die ersten Bullar mit Zimt, Pistazien, Vanille und Mandeln.

Ystad

Da denke ich doch gleich an Henning Mankells Wallander. In den Krimis wird auch immer Ystad und überhaupt Schonen beschrieben. Es ist ein nettes Städtchen mit viel Kopfsteinpflastern und niedrigen Häuschen. Die Gehwege weisen große Längs-Platten auf, so dass auch Rollstuhlfahrer/innen und Leute mit Gehhilfen gut voran kommen können. 

Vom Fährhafen aus kann man nach Polen und Bornholm fahren.

Wir schauen uns in der Fußgängerzone um und entdecken einen Laden mit fast ausschließlich Süßigkeiten.  Da werden wir dann doch schwach und erstehen ein paar zuckerhaltige Suchtmittel.

Ales Stenar

Wir machen eine Radtour nach Ales Stenar. Mit viel Rückenwind brauchen wir ca. 1,5 Stunden am feinen Sandstrand entlang zu der Formation aus Hinkelsteinen, die die Silhouette eines Schiffes abbilden. Überwiegend radeln wir auf gut ausgebauten Radwegen und nur selten müssen wir uns den Weg mit Autos teilen. Vom kleinen Hafen des Orts Kaseberga steigen wir die letzten Meter über ein paar Treppen zu den Steinen hoch.

Das Gebilde soll 67 Meter lang und 19 Meter breit sein und besteht aus 59 Steinen. Die Bedeutung der Anlage ist wohl nicht genau geklärt. Angenommen wird, dass das nur ein Teil einer größeren Anlage ist. Manche sehen darin wohl auch so etwas wie einen Sonnenkalender aus der Bronzezeit (siehe Wiki).

Am Kantenabriss zum Meer freuen sich hier Gleitschirmflieger über den Wind. Sie fliegen direkt an der Kante entlang. Da muss man sich als Zuschauer auch manchmal ducken.

Herrlich, überall Toiletten

Erster Stellplatz in Schweden

Die Fähre kommt pünktlich nach 6 Stunden Fahrzeit in  Trelleborg an. Es dauert zwar ein wenig bis wir vom Oberdeck losfahren können aber dann sind wir schnell im Hafen und machen uns auf den Weg zum Stellplatz in  Ystad, eine schwedische Gemeinde in Schonen. Eine gute dreiviertelstunde Fahrzeit. Es ist inzwischen dunkel geworden und so fahren wir erst einmal am Stellplatz vorbei bevor wir die richtige Einfahrt finden.

Die schönen Stellplätze mit Blick aufs Meer sind natürlich alle belegt. Wir parken daher in der 2. Reihe. Nachdem am nächsten Morgen einige gute Plätze frei werden wechseln wir nach dem Frühstück auf die andere Seite mit Blick über die Ostsee. 

Von Rostock nach Trelleborg

Von Malchow bis Rostock sind es noch knapp 100 km. 

Wir haben die Nachmittagsfähre nach Trelleborg gebucht. Die zweite Möglichkeit wäre morgens um 7:30 Uhr gewesen. Da hätten wir schon um 5 Uhr losfahren müssen. So können wir im Hansa Center bei Rostock noch unsere Vorräte auffüllen. Natürlich sind wir zu früh am Fährhafen aber die ersten warten schon. Das Schiff ist noch nicht da. Wie immer, erst tut sich nichts und dann geht es schnell. Schließlich landen wir mit Detlef auf Deck 7 im Freien. Das Schiff legt pünktlich um 15:10 Uhr ab. Ein erster schwedischer Kaffee für 41 Kronen. Durch 10 teilen, dann passt es schon irgendwie. 

Radtour nach Waren rund um die Seen

 So einen ruhigen Platz hatten wir lange nicht. Die Marina ist etwas abgelegen, kein Verkehrslärm, keine Landwirtschaft. Nur Vogelgezwitscher und Entengeschnatter. Wir haben uns für einen Rundweg um den Kölpinsee und Fleesensee entschieden, ca. 50 km. Die Radwege sind gut beschildert. Unterwegs sehen wir die ersten Kraniche, die sich leider nicht fotografieren lassen und kommen am Schloss Fleesensee in Gören-Lebbin vorbei. In Waren genießen wir unsere ersten Fischbrötchen der Saison. Wir waren schon einmal in Waren, aber so richtig erinnere ich mich nicht daran. Damals war es Herbst und laut Rainer ziemlich neblig. 

Zurück am Stellplatz gibt es Kaffee und Rainer muss noch trainieren. Er hat sich zum Marathon in Graz im Oktober angemeldet

Malchow – Marina

Der Verkehrslärm in Weimar stört uns nicht wirklich. Wir schlafen relativ lang. Zunächst überlegen wir über Schwerin nach Rostock zu fahren. Wir wollen dort mit der Fähre nach Trelleborg in Schweden übersetzen.  Unterwegs entscheiden wir uns, einen Stellplatz an der Mecklenburgischen Seenplatte anzufahren. Wir landen in der Marina der Inselstadt Malchow. Ein sehr schöner ruhiger Platz direkt am Wasser. Das Wetter ist aber auch super. Eine kurze Radtour führt uns in den Ort. Wir landen auf den Monsterpflasterstraßen, die wir bisher nur im Osten unseres Landes kennengelernt haben. Riesen Pflastersteine. Selbst mit unseren Breitreifen macht das Radeln im Ort keinen Spaß. Die ungeduldigen Autofahrer sind wahrscheinlich genervt von den Wartezeiten an der Drehbrücke und natürlich von den langsamen Fahrradfahrern.

Kloster Malchow

Weimar

Heute wollen wir eine mittlere Etappe schaffen. Spontan beschließen wir, dass wir statt nach Magdeburg zu fahren in Weimar anhalten. Das sind knapp 200 km und gegen Mittag erreichen wir das Ziel. Unterwegs halten wir mehrfach an und überprüfen die Radschrauben. So ganz geheuer ist uns das Ganze noch nicht. Der Drehmomentschlüssel klackt immer aufs erste Mal. Alles gut!

Der Stellplatz in Weimar liegt mitten in der Stadt. Wir sind in knapp 10 Minuten bei den Herren Goethe und Schiller. Es ist nicht viel los. Im Sommer laden die Museen und das Schloss wahrscheinlich viele Touristen ein. Manche Stadtführung ist jetzt schon unterwegs.

Wir sammeln Erlebnisse und keine Briefmarken