Silverstour 2025/2

Samstag, 3.1.2026

Eine Gasflasche ist mal wieder leer. Bei Temperaturen im Minusbereich brauchen wir alle 3-4 Tage eine neue Flasche. Wir fahren den ersten Baumarkt in Lübeck. Nein, große Flaschen haben wir keine mehr da. Auf der anderen Seite gibt es Hagebaumarkt, auch hier keine Flaschen zum tauschen. Okay, wir versuchen noch Hornbach, der liegt etwas im Norden. Aber auch hier nix. Aber der Kollege schlägt mir vor doch eine Hornbach Pfandflasche zu nehmen, kannste überall bei Hornbach zurückgeben. Wir sind gerettet.

Weiter geht es an Hamburg vorbei. Wegen Stau verlassen wir die Autobahn und schlagen uns ewig über eisige Straßen durch Hamburg durch. Dann geht es zügig nach Stade. Der Platz sieht gut aus. Es liegt Schnee. Wir suchen einen Platz mit einem Vorgänger aus der vergangenen Nacht und nutzen seine Spur zum einparken. Es schneit weiter.

Das schöne Stade besuchen wir im Schneegestöber. Es schneit fast die ganze Nacht.

Sonntag, 4.1. 2026

Die Rückenschmerzen werden schlimmer. Aber richtig los geht es mit dem Drama erst am Montag. Heute sind wir schnell in Bremen. Die Straßen sind schneefrei. Wir fahren durch weiße Norddeutsche Landschaft. Flach wie immer, aber voller Schnee. Der Stellplatz in Bremen ist kaum belegt. Wir können uns einen schönen Platz aussuchen und gehen anschließend spazieren. Bald sind wir an der Weserpromende. Es sind noch Reste des Weihnachtsmarkts zu sehen.

Stellplatz Kuhhirte in Bremen

Montag, 5.1.2026

Montag habe ich einen Termin bei GESTRA. Ich werde wieder ein wenig arbeiten und heute erhalte ich mein Arbeitswerkzeug. Aber davor muss ich noch aufstehen und mich anziehen. Das Anziehen ist dermaßen schmerzend, ich muss heulen und brüllen, aber irgendwann ist die Hose angezogen, die Schuhe geschnürt und die Jacke übergeworfen. Der Weg zur Straßenbahn lockert meinen Rücken und ich werde zuversichtlicher. Ulrike empfängt mich. Treppensteigen ist gar kein Problem. Die neuen Büros sind hell und alles ist freundlich eingerichtet. Die Schreibtische lassen sich auch im Stehen nutzen. In der Kantine räumt Ulrike mein Tablett auf während ich mich in die Senkrechte bemühe.

Mit Heidi treffe ich mich am Dom. Wir gehen noch Kaffee trinken und landen im Manufactum. Wie immer kaufe ich da etwas. Dieses Mal eine schicke Fahrradklingel für das Rennrad.

Dienstag, 6.1.2026

Die Fahrt war grausam. Keine Stunde Fahrt und ich musste auf einen Parkplatz und einige Übungen machen. Nach einigen Minuten war der Schmerz weg und wir konnten weiterfahren.

In Wetzlar finden wir einen schönen, ruhigen Stellplatz am Fluß Dill, der unweit von hier in die Lahn mündet. Wetzlar wird überragt von den Leitz-Werken. Das Museum heben wir uns für ein anderes Mal auf. Dieses Mal gehen wir im Städtchen ein wenig spazieren. Viele schöne Fachwerkhäuser.

Silvestertour 2025

Freitag, 26.12.2025

Die Zeit vor Weihnachten war recht stressig. Erst seit Sonntag ist es ruhiger geworden. Aber ich muss mal wieder weg. Gießen wird gewählt, da wir Samstag ein wenig einkaufen wollen und einen etwas größeren Ort brauchen. Gießen hat knapp 100.000 Einwohner und ist uns sonst gänzlich unbekannt. Wir haben eine ruhige Fahrt und noch bevor es richtig dunkel wird treffen wir am Ziel ein und dürfen den letzten Stellplatz einnehmen.

Gießen, altes Schloss

Samstag, 27.12.2025

Wir lassen uns nach dem Aufstehen Zeit und wandern gegen 10 Uhr ins Zentrum von Gießen. Es ist Markttag und auch der Weihnachtsmarkt ist noch nicht geschlossen. Die Fußgängerzone wirkt großzügig und ist gut besucht. Ich erstehe eine Schutzhülle für mein neues iPad und eine Powerbank. In der Galeria lassen wir gut Geld. Eigentlich wollten wir nur eine Tasse kaufen.

Wir essen eine Thüringer zu Mittag und machen uns auf den Weg. Zunächst geht es zügig gen Norden. Richtung Süden ist viel los. Aber vor Wolfsburg müssen wir uns doch zunächst in einen Stau einreihen und kurz darauf ist gleich die ganze Autobahn gesperrt. Die letzten Kilometer legen wir auf der Landstraße zurück. Unser Ziel, die Autostadt von VW, ist übervoll. Alle Parkplätze belegt und natürlich auch der Womo-Stellplatz. Wir irren etwas umher, überfahren (überrutschen) ein Rotlicht und werden geblitzt. Schließlich finden wir einen leeren Wohnmobil-Stellplatz auf der anderen Seite des Werks. Kein weiteres Fahrzeug verirrt sich hierher. Wir verbringen eine ruhige Nacht.

Wolfsburg, Autostadt, Parkplatz

Sonntag, 28.12.2025

Wir blieben die einzigen auf dem großen Parkplatz. Über Nacht war es spiegelglatt geworden. Vorsichtig fahren wir zurück zur Autostadt. Es ist bereits recht viel los. Wir finden trotzdem schnell einen Parkplatz, müssen allerdings ein gutes Stück bis zum Eingang laufen. Dort erhalten wir schnell unsere Tickets und haben dann erst einmal Orientierungsschwierigkeiten. So landen wir fast in der Kennzeichenausgabe für die Neuwagenkäufer. Dabei wollten wir ins Automuseum. Das heißt hier Zeithaus. Über mehrere Stockwerke werden verschiedene Themen über Autos behandelt. Es sind nicht nur die VW Marken zu sehen, wobei diese überwiegen. Der Käfer taucht fast in jedem Stockwerk auf. Aber auch viele schöne Sportwagen sind zu sehen und sogar die ID19 von Citroën. Ein kurzer Aufenthalt im Shop und wir laufen ein wenig über das Gelände der Autostadt. Es ist ein großer Weihnachtsvergnüngungspark mit Eisfläche und Karussell. Ein kurzer Blick in die Audi-Galerie. Ein paar schöne neue E-Mobile sind dort ausgestellt. Auch in der VW-Galerie dominieren die E-Autos.

Mittlerweile ist der Parkplatz voll und unser Detlef zugeparkt. Wir essen zu Mittag und fahren weiter nach Lüneburg. Auch hier ist der Stellplatz voll und wir parken nebenan. An der Wassertankstelle geschieht dann ein Unglück. Heidi rutscht heftig auf dem spiegelglatten Asphalt aus und hat Rückenschmerzen.

Montag, 29.12.2025

In der Nacht hat Heidi ihren Rücken mit kalten Waschlappen ein wenig beruhigt. Wir lassen das Krankenhaus von Lüneburg links liegen und fahren weiter zum Hornbach. Eine Gasflasche ist leer.

Wir wollen heute bis Lübeck kommen, entscheiden uns aber kurz vor Lübeck doch gleich bis Kellenhusen zu fahren, wo wir Ingrid und Michael treffen werden. Bei Lübeck gilt es eine Autobahnsperre zu umfahren. Zwischendurch kaufen wir noch ein wenig ein und sind am frühen Nachmittag auf dem Parkplatz in einer Wohnanlage eingetroffen. Die Hockenheimer sind noch nicht da und werden wohl auch nicht so schnell kommen. Also wandern wir ein wenig am Strand entlang, der nur 5 Minuten vom Stellplatz entfernt ist. Es ist kalt und windig. Entlang der Strandpromenade sind kleine Läden und Restaurants. Hier erstehe ich ein paar dickere Handschuhe und eine warme Fleesejacke. Jetzt darf es kälter werden.

Kellenhusen, Strandpromenade

Inzwischen sind die beiden auch da. Wir entern ihr Wohnmobil und trinken einen Kaffee. Dabei bekomme ich den neuen LTE-Router präsentiert. Gott sei Dank ein bekanntes Teil, ein Fritz 6820 – schon ein paar Jahre auf dem Markt, aber immer noch gut – wir haben auch so einen Router an Bord. Bevor auch das Hockenheimer Womo ins Internet kann, muss erst einmal die SIM-Karte aktiviert werden. Das gelingt Heidi und Ingrid schließlich in unserem Fahrzeug inclusive Video-Interview.

Plötzlich stehen Roland und Charlotte vor unserem Fahrzeug und holen uns ab für einen Abend-Spaziergang und einen Besuch des Wintermarkts. Dabei versuchen wir in zwei Restaurants Plätze für den 30. und 31. zu reservieren. Auf dem Wintermarkt spielt ein älterer Herr Musik für alte Leute – Stones und so Sachen. Es gibt guten Glühwein und Langos.

Den Abend beschließen wir im gemütlichen Womo von I+M. Mir gelingt es den Router zum Leben zu erwecken und mit dem Internet zu verbinden. Allerdings sorgt der Wechselrichter für hohen Stromverbrauch und bald gehen bei I+M die Lichter aus.

Dienstag, 30.12.2025

Gegen 11 Uhr gehen wir mit unseren WoMo-Nachbarn an den Strand. Schon bald schmerzt die Lunge von Heidi sobald sie etwas hustet. Sie möchte zum Arzt. In der Denkmalstraße hat heute eine Ärztin bis 12 Uhr Srechstunde. Kurz vor 12 treffen wir dort ein. Das Wartezimmer ist gut gefüllt. Heidi wird auf eine lange Wartezeit aufmerksam gemacht. Michael und ich verlassen Heidi und suchen Ingrid, die sich derweil in einem Klamottenladen einiges an neuer Kleidung angesehen hat und auf Michaels Meinung gespannt ist.

Wir verbliebenen drei wandern die Strandpromenade entlang. Essen Fischbrötchen und suchen das Kaufhaus Stolz auf. Hier gibt es viel billiges Zeug und auch ein paar Markenprodukte, die sich wohl woanders nicht verkaufen ließen. Wir trinken im Nahkauf noch einen Kaffee und spazieren zu den Wohnmobilen zurück. Mittlerweile sind 3 Stunden vergangen und Heidi war zwischendurch gehörig ungeduldig. Doch irgendwann kommt sie dran. Die Ärztin schaut sich die Schulter und Rücken sowie Lunge an und gibt Entwarnung. Die erste Analyse Richtung Prellung ist richtig und Heidi wird noch ein paar Tage Schmerzen haben, aber es wird wieder alles gut.

Abends fahren wir noch zur Entsorgung und zum Laden der Batterien nach Grömitz. Für 3 € gibt es eine saubere Toilette und frisches Wasser.

Später sind wir zu siebt beim Italiener in der Casa Mia an der Strandpromenade von Kellenhusen.

Mittwoch, 31.12.2025

Bei I+M herrscht massiver Strommangel im Wohnmobil. Dadurch fällt auch die Heizung immer mal wieder aus. Sie werden heute eine Ausfahrt machen müssen. Heidi und ich beschließen nach Grömitz zu wandern. Eine Tour am Strand entlang für etwa 2,5 Stunden. Immer auf dem Damm. Eine recht gemütliche Wanderung. Hier gibt es viele Hunde. Die Gegend scheint ein Paradies für Hundebesitzer zu sein. Hunde-Salon, Hunde-Strand, Laden für Hunde-Kleidung und wieder ein Hunde-Strand. Hin und wieder sind auch Radfahrer auf dem Damm unterwegs.

Spaziergang von Kellenhusen nach Grömitz

Grömitz ist deutlich größer als Kellenhusen. Aber wir verweilen nicht lange, sondern nehmen den Bus zurück. Schon eine Viertelstunde später sind wir wieder auf dem Rückweg.

Fußgängerzone von Grömitz

Unser Silvester-Essen nehmen wir im La Chance ein. Offenbar hat der Besitzer gewechselt. Trotz ausreichend Personal und nicht wirklich voll mussten wir 3mal nachfragen, bis wir bestellen durften. 2 große Garnelen und 3 Falafel und Schokotorte mit Vanille Eis für 45 €! Geschmacklich okay, Essen eher kalt, Eis dafür warm.

Danach waren wir bei Michaels Bruder, den Geilers aus Trier eingeladen. Bei Antipasti ging es Mitternacht entgegen. Charly, der kleine Hund der Familie, zuckte bei jedem Böller zusammen. Trotz Verbots im Dorf wurde ausgiebig geknallt. Gegen halb zwei waren wir im Bett.

Donnerstag, 1.1.2026

Gegen Mittag starten wir von Kellenhusen, verabschieden uns von Ingrid und Michael, die noch eine Nacht bleiben wollen. Unterwegs regnet es immer mal wieder. Wir sind früh in Lübeck. Der Platz ist fast leer. Die Verwaltung in der angrenzenden „Erlebniswelt“ ist heute geschlossen.

Ein geruhsamer Nachmittag. Ich lege mich ein wenig hin. Abends gibt es Rosenkohl.

Freitag, 2.1.2026

Mit der Buslinie 12 sind wir in 20 Minuten am Holstentor. In der Nacht ist der Schnee liegen geblieben. Alles ist leicht überzuckert. Lübeck hat ein recht gut erhaltenes Spätmittelalterliches Stadtbild. Der Krieg hat es nicht komplett zerstört. Zum Mittagessen im Café Niederegger gibt es eine leckere Erbsensuppe mit Wiener Würstchen. In einer Marzipanmanufaktur eigentlich ein No-Go. Eine Marzipantorte wäre hier angebracht.

Beim Konkurrenten Mest kaufen wir dann etwas Marzipan und nach 4 Stunden geht es wieder zurück zum Stellplatz. Die Busverbindung ist perfekt.

Aktuell habe ich heftige Probleme mit meiner rechten Seite, Hüfte abwärts, wenn ich längere Zeit sitze. Stehen, laufen, liegen geht schmerzfrei. Sitzen und aufstehen mach keinen Spaß. Eine kleine Challenge mit Heidi. Wer hat die stärksten Schmerzen?

Bad Urach – Wasserfälle

Wir dürfen wieder kleine Straßen nutzen um nach Bad Urach zu kommen, da wir uns mal wieder auf unser Navi verlassen haben. Es ist ja schon ganz nett hier auf der schwäbischen Alb, aber ein Blick in die gestern erstandene schöne Straßenkarte hätte nicht geschadet….

Den WoMo-Stellplatz, nicht weit vom Wasserfall entfernt, finden wir nicht auf anhieb. Kurz vor dem Ziel sind wir etwas verwirrt, da der Parkplatz Wohnmobilen das Parken eindeutig verbietet. Mit einem Blick auf Park4Night wird klar – nicht zu früh aufgeben. Der WoMo-Platz ist weiter hinten im Maisental Richtung Wasserfall. Es gibt hier insgesamt eine große Anzahl Parkplätze.

Viele Ausflügler sind unterwegs – oft Familien oder sonstige Gruppen. Die Fälle führen viel Wasser, sodass die Treppe am Wasser entlang hinauf zum Plateau zum Teil überflutet ist. Mit Wanderschuhen haben wir aber kein Problem. Gut 40 m fällt das Wasser an dieser Stelle. Oben befindet sich einen Rastplatz mit Bewirtung. Hinunter nehmen wir den etwas längeren Weg der uns langsam, diesmal nicht über Treppen, nach unten führt. 

Anschließend haben wir noch Zeit zu einem kleinen Abstecher in die Innenstadt von Bad Urach bevor der angekündigte Regen kommt. Zu Fuß etwa zwei Kilometer aber es lohnt sich. Wir sind überrascht von den hübschen Fachwerkhäusern und auch dem legendären Schäferlauf von Bad Urach, bei dem auch heute noch Schäfertöchter und -söhne um die Schäferkrone kämpfen. Der Lauf findet alle zwei Jahre statt und zwar zu ungeraden Zahlen.

Nach einer ruhigen und verregneten Nacht geht es wieder zurück nach Karlsruhe.

Fuggerstadt Augsburg

Auf dem Weg nach Augsburg liegt Sulzemoos. Hier befindet sich Bayerns größter Wohnmobil-Händler, den wir sonst nur immer von der Autobahn aus gesehen haben. Also ist mal ein Besuch fällig. Wir sind überwältigt von der Vielzahl an Wohnmobilen, die hier herumstehen. Fast alle Marken, die man in Deutschland kaufen kann gibt es hier. Allerdings gibt es kein WoMo, das das großzügige Raumangebot unseren Fahrzeugs toppen kann. Wir brauchen also noch nicht auf ein neues Womo sparen. Ein Besuch des „Mega-Stores“ bringt ein paar Accessoires für unsere Omnia, einen Silikon-Einsatz und ein Thermometer.

Augsburg ist dann schnell erreicht. Direkt am Fluss Wertach finden wir einen Stellplatz. Nach mehrmaligem umparken und einkaufen (am nächsten Tag ist Feiertag und Wochenende) bewegen wir zum ersten Mal auf dieser Tour unsere Fahrräder. Wir radeln zur Fuggerei, der ersten Sozialsiedlung der Welt. Vor 500 Jahren ist Jakob Fugger gestorben, der die Siedlung ins Leben gerufen hatte. Man nannte ihn auch „der Reiche“ , heute vielleicht vergleichbar mit Elon Musk, ähnlich skrupellos wenn es um die Erweiterung seines Vermögens ging.  Bis heute leben etwa 150 Menschen in der Siedlung und beten jeden Tag drei Vaterunser für das Seelenheil des alten Fugger.

Augsburg ist in unseren Augen nicht besonders hübsch nach dem Krieg wieder aufgebaut worden. Es wirkt zum Teil etwas chaotisch, wobei es Rainer gar nicht gefallen hat, ich finde es gar nicht so schlimm. In Alt-Augsburg hat man sich bemüht, die Häuser nach der Zerstörung im 2. Weltkrieg zumindest von der Parzellierung her ursprünglich zu lassen. Das Rathaus liegt etwas oberhalb von Alt-Augsburg. Im Dom waren wir nicht, es wurde dann dunkel und Radfahren in Augsburg ist trotz vieler Radwege oder so etwas ähnlichem durch die vielen Autos ziemlich ungemütlich zu befahren. Also Radweg zwischen fahrenden und parkenden Autos.  Augsburg war aber bestimmt mal sehr imposant und zum Teil auch reich. Wahrscheinlich muss man länger in der Stadt bleiben um tiefer einzutauchen. Der eilige Tourist fährt etwas unzufrieden weiter.

Pinakothek der Moderne in München

Wir mussten unbedingt mal wieder nach München, wenn auch nur für einen Tag. Von Dachau aus kommen wir schnell mit der Bahn in die Stadt und sind auch bald an den Pinakotheken angekommen. 

Wir wollen die Pinakothek der Moderne besuchen. Hier stärken wir uns erst einmal im lichtdurchfluteten Foyer. Im Museum sind Bilder des 20. Jahrhunderts nach Themen ausgestellt. Mix & Match nennt sich die noch bis August nächsten Jahres laufende Ausstellung, die die Sammlung des Museums neu entdecken lässt. Die Objekte werden in einem neuen Bezug zueinander ausgestellt.

 Eine Ausstellung mit Schwerpunkt Design ist im Untergeschoss und hält viele altbekannte Haushaltsgegenstände inclusive einer Frankfurter Küche bereit.

Rainer vor Söders Raumschiff

Anschließend lassen wir München nochmal auf uns wirken. Wir bummeln durch die volle Fußgängerzone und stellen fest, dass die Auswahl deutlich besser ist als in unserem kleinen Städtle. Wir kaufen aber trotzdem nichts!

Rottenbuch und Hohenpeißenberg

Nach unserem Verwandtschaftsbesuch wandern wir in den kleinen Ort Rottenbuch, der hauptsächlich aus einer alten Klosteranlage mit dazugehöriger üppig ausgestattete Klosterkirche im Rokoko-Stil besteht. Welch ein Gegensatz zu den ärmlichen Bauernhöfen, die wir gestern besichtigt haben. Beides stammt etwa aus der gleichen Zeit. Deutlich wird hier einerseits Reichtum und Prunk sichtbar, wahrscheinlich auf Kosten derer,  die andererseits nur das nötigste zum überleben hatten. Die gute alte Zeit! Welch ein Glück, dass wir heute leben!

Von Rottenbuch  sehen wir die Wallfahrtskirche von Hohenpeißenberg, die wir als Nächstes anschauen wollen.

Wir fahren auf den Berg mit dem angekündigten schönsten Rundblick auf die Alpen und das Alpenvorland. Von hier aus sehen wir das ganze Panorama der Allgäuer Alpen und mitten drin die Zugspitze. Auf der anderen Seite sind der Ammersee und weiter entfernt auch der Starnberger See zu sehen.

Den fahren wir zu einem weiteren Verwandtschaftsbesuch mit Übernachtung in Pöcking an.

Schwäbisches Bauernmuseum Illerbeuren

Wir wollen am späten Nachmittag bei Tante Ruth in Rottenbuch aufschlagen und überlegen ob wir noch eine Fahrradtour um den Federsee herum in Angriff nehmen sollen.  Es regnet zwar nicht und es ist auch sonniger aber ziemlich kalt. So beschließen wir, auf dem Weg nach Rottenbuch das Freilichtmuseum Illerbeuren zu besuchen.

Wir programmieren das Navi und lassen uns über kleinste Straßen, steile Auffahrten und ebensolche Abfahrten durch tiefe Wälder zum Museum leiten. Bei Dunkelheit wollten wir das nicht fahren. 

Das Museum ist sehr großflächig. Bauernhäuser ab dem 30jährigen Krieg sind ausgestellt. Viele der Gebäude wurden aus der Umgebung hierher umgezogen.

Sehr interessant sind die Geschichten der Häuser und ihrer Bewohner. Häufig ist die gesamte Historie des Hofes bekannt. Oft sind es sogenannte Sölden, das heißt eine Landwirtschaft mit Nebenerwerb, die ausgestellt werden. Der Bauer oder die Bäuerin übten noch ein Handwerk aus um einigermaßen über die Runden zu kommen. Für fast alle ausgestellten Höfe galt: zu wenig zum leben und zu viel zum sterben. 

Federsee

Wir fahren weiter zum ursprünglichen Ziel von gestern, nach Bad Buchau am Federsee. Der See war auch schon Thema im Heimatkunde-Unterricht in der Schule. Nur sind wir bisher nicht dort gewesen. 

Trotz Regen und Kälte fahren wir durch Oberschwaben. Es scheint sich hier um ein Hochplateau zu handeln; wir bleiben immer auf ca. 650 m Höhe.

Bad Buchau ist ein netter kleiner Kurort mit großer Klinik und Therme. Der See selbst ist durch Gletscher entstanden und zu sehen ist vorwiegend ein Moor mit viel Schilf. Auf einem Steg wandern wir 1,4 Km in den See hinein. Ein Paradies für Wasservögel und ihre Bewunderer. Es ist windig, und gefühlt liegt die Temperatur unter 0 Grad.

Pfahlbauten Unteruhldingen am Bodensee

Nach einem späten Frühstück verlassen wir Rainers Eltern erst gegen Mittag in Richtung Bodensee. Es ist kühl aber noch ein wenig sonnig. In Unteruhldingen ist eindeutig Nebensaison. Alle Gaststätten haben geschlossen, sogar der Kiosk vor dem Museum hat schon Saisonende. 

Das Museum ist aber geöffnet und die Pfahlbauten sind alle zugänglich. Es sind einige Guides unterwegs, die das Leben der Bronzezeit den Besuchern näher bringen sollen. Die Bauten sind sehr schön rekonstruiert und mit vielen Beispielen über die mögliche Ausstattung der Gebäude versehen. Eine Videoshow bringt uns die Geschichte der Entdeckung der Ansiedlung und die Arbeiten der Archäologen näher. Interessant ist, dass ein Teil der rekonstruierten Häuser auf Funde im Federsee zurückzuführen sind. Das Museum ist aufwändig gestaltet und die Höhe des Eintrittspreises berechtigt.

Wir bleiben doch nicht auf dem großen Parkplatz in Unteruhldingen stehen sondern fahren weiter in Richtung Oberschwaben, Ziel Federsee Bad Buchau. 

Hier ist es deutlich hügeliger als gedacht. Wir erreichen Höhen von über 700 Meter. Ein Baustelle zwingt uns zu einer Umleitung, so dass wir auf einen WoMo-Stellplatz in dem kleinen Ort Burgweiler bei Ostrach landen. Direkt neben einer Sporthalle. Es ist einsam und ruhig. Wir sind froh, dass wir den Parkplatz am Bodensee verlassen haben.

Zum Atomkeller in Haigerloch

Wir beginnen unsere Herbsttour am späten Freitagnachmittag nachdem unsere Babysitterdienste nicht mehr benötigt werden. Wider Erwarten und trotz Beginn der Herbstferien in Baden-Württemberg kommen wir ganz gut durch die Dauerbaustelle Pforzheim und die Hindernisse um Stuttgart auf die A81.

Unser Ziel ist Haigerloch, das wir nur aus Erzählungen kennen. Das Städtchen liegt im und um das Tal der Eyach, die den Ort durchschneidet und von den Höhen der Schwäbischen Alb in den Neckar fließt. Wir bekommen einen ersten Eindruck von der Stadt, als wir aufgrund einer Umleitung erst nach einer Berg- und Talfahrt am leeren Stellplatz ankommen. Wir bleiben die einzigen auf dem Platz.

Nach einer ruhigen Nacht wandern wir morgens hinab ins Tal der Eyach. Unterhalb des Schlosses, tief unten im Schloßberg ist der als Museum eingerichtete Atomkeller. Hier hatten sich Deutschlands Atom-Wissenschaftler 1944/45 versteckt um einen Atommeiler zu bauen. Die Geschichte drum herum ist schön aufbereitet und trotz des kleinen Museums halten wir uns relativ lange dort auf.

Gegen Mittag fahren wir über das Städtchen Rosenfeld zu Rainers Eltern.

Wir sammeln Erlebnisse und keine Briefmarken