Unsere Wanderung beginnt am Black Rock Canyon Campground vom Yoshua Tree National Park. Ein schön gelegener Campingplatz zwischen Yucca Palmen und Wacholder, aber sehr schlechten Zufahrtswegen zu den einzelnen Stellplätzen.
Die riesigen Schlaglöcher waren aufgrund des Regens mit Wasser gefüllt, so dass wir nicht sehen konnten, wie tief sie waren. Wir haben es dann mit einem Stock getestet und waren froh dass wir nicht durchgefahren sind.
Die Wanderung auf dem Panorama Loop Trail war herrlich. Nach dem Regen am Vortag ein perfekter Wandertag. Es ging einige hundert Höhenmeter durch Yoshua Tree Wälder und einen felsigen Canyon moderat hinauf auf einen Berg mit einem wunderbaren Blick auf schneebedeckte Berge und den Yoshua Tree Park bis nach Palm Springs. Erkennbar durch die vielen Windräder.
Nach einer ruhigen Nacht auf BLM-Land waren wir bei der Weiterfahrt durch die Wüstengegend erstaunt, wie grün es hier war und vereinzelt Blumen am Wegrand zu entdecken waren.
BLM Campground
Dann wurde es sehr karg. Wir hatten die Badlands erreicht. Überall gab es OHV-Spielplätze. Spielplätze für Leute, die gerne mit kleinen Off Highway Vehicles durch die Wüste brettern. Ihre riesigen Trailer, häufig mit angehängter Garage für die OHVs standen mitten drin.
Nach den Badlands ging es über den Pass zum Salton Sea. Der See liegt auf mehr als 100 m unter Normal Null und ist das Ergebnis einer Umweltkatastrophe. Er entstand durch einen Kanalbruch 1905, als das Wasser des Colorados in den alten Alamo River Channel geleitet werden sollte um fruchtbares Ackerland im Imperial Valley mit Wasser zu versorgen. (Siehe Wiki)
Salton Sea im Hintergrund
Zunächst war der See eine beliebte Destination für Touristen und Vogelkundler. Inzwischen ist der Wasserstand stark gesunken und das Wasser durch landwirtschaftliche Aktivitäten ziemlich verseucht. Die Vogelwelt hat sich dadurch sehr reduziert und auch die Leute sind weggezogen. Zu giftig alles.
Wir haben uns entschieden, in Richtung Yoshua Tree National Park weiter zu fahren. Zunächst wurde unser Detlef nach dieser faulen Zeit wieder einer Wäsche unterzogen und auch die Reifen wieder richtig aufgepumpt. An den normalen Tankstellen war das nicht möglich. Bei Evans Tire wurde mit Hilfe einer professionellen Pumpe der richtige Luftdruck auf alle vier Rädern eingestellt.
Los ging es in die Berge. In das Santa Ysabel Valley. Bei Heroes Wood-Fired Pizza hatten wir auf ca. 1000m einen Stellplatz und konnten dort Pizza und Live Music genießen.
Chuparosa
Zum Frühstück mussten wir unsere Photovoltaik vom Schnee befreien. Eigentlich wollten wir keinen Schnee mehr sehen….
Beaver Tail Cactus
Der Anza Borrego Desert State Park lockt mit den unterschiedlichsten Kakteen und Wildblumen. Für die meisten Blüten sind wir etwas zu früh dran. Aber im Hellhole Canyon blühten bereits die Ocotillos und auch einige andere Kakteen fingen an. Es ist wieder deutlich milder.
Cholla Cactus
Die Wanderung zum Maiden Hair Fall, einem kleinen Wasserfall am Ende des Hellhole Canyons, war durch einen stetigen Anstieg geprägt und die letzten 100 Höhenmeter ging es über Felsen, so dass Rainer schließlich allein weiter hinauf geklettert ist. Ich wollte es ja nicht schon wieder übertreiben…
Die Coronado Bridge konnten wir schon von Point Loma aus sehen. Die Brücke führt nach Coronado Island auf dem auch ein altes Hotel im viktorianischen Stil zu besichtigen ist. Wir hatten uns dann gedacht, bis zu einem Fähranleger ein paar Kilometer vor der Brücke eine Fahrradtour zu machen und dann mit der Fähre nach Coronado Island überzusetzen.
War gar nicht so einfach, da wir zunächst durch San Diego, am Flughafen vorbei bis zur Promenade von Seaport Village kommen mussten. Die Fahrt führte uns auch entlang eines 6-spurigen Highways. Auf einer Bike Lane wohlgemerkt. Aber nicht besonders einladend, wenn die dicken Trucks (Pick ups) vorbei rauschen.
Die Hafenpromenade war sehr voll, da dort mehrere Seefahrt Museen Platz gefunden haben und auch ein großer Aircraft Carrier als Museumsschiff besichtigt werden kann. Überhaupt die Marine ist dort sehr präsent.
Auf die Fähre haben wir es dann, auch aufgrund der Uhrzeit nicht mehr geschafft. Die Rückfahrt war dann angenehmer, wir sind meist am Ufer entlang wieder zurück zur Mission Bay gefahren.
Unsere Stellplatznachbarn Rob und Caren aus British Columbia haben uns eingeladen, mit ihnen zusammen eine Fahrt zum Point Loma zu unternehmen. In ihrem mitgeführten Mini fuhren wir daher hinauf zum Lighthouse und hatten einen wunderbaren Blick auf die Stadt und den Marinehafen. Bei einer kurzen Wanderung an der Küste entlang waren Pelikane und Seelöwen zu beobachten.
Zurück auf dem Stellplatz durften wir dann noch den RV unserer Gastgeber anschauen. Gigantisch so ein Bus mit zwei Slideouts…
Wir setzen unseren Müßiggang fort und bewegen uns aber doch viel mit dem Fahrrad. Ohne Rob und Caren waren wir dann am Pacific Beach, von unserem Ressort aus immer gerade aus ca. 5 km. Am Strand war sehr viel los. Vorwiegend junge Leute wahrscheinlich auch hier wie anderswo in den USA und Kanada, Spring Break. Die Alten wurden wohl nach Yuma „outgesourced“…
Wir haben nicht die Absicht San Diego mit dem Wohnmobil zu erkunden. Wozu haben wir Fahrräder dabei?!
Heute ging es daher mit dem Rad entlang der Mission Bay an der unser Ressort liegt nach Old Town. Die Route war angenehm zu fahren, da meistens Bike Lanes genutzt werden konnten.
Old Town ist ein Ziel für Touristen. Es wird hier versucht, die Architektur der Gründerzeit von San Diego zu zeigen. In den Gebäuden sind heute vorwiegend Souvenirshops und Restaurants untergebracht.
Nach unserem Aufenthalt in Yuma ging es nach 4 Wochen RV-Ressort Desert Holiday weiter in Richtung San Diego unserem geplanten nächsten Aufenthalt entgegen.
Zuvor wollten wir noch den Reifendruck unseres Detlefs anheben, was leider nicht gelang, weil die an der Tankstelle verfügbare Pumpe nicht ausreichend Luftdruck aufbauen konnte. So fuhren wir weiter über den Colorado River nach Kalifornien und passierten tatsächlich eine Grenzkontrolle. Erfreulicherweise waren die Grenzposten absolut desinteressiert, so dass wir mit unseren Mandarinen und einer Avocado keinerlei Probleme bekamen.
Die Fahrt auf der relativ unebenen 78 an einer Goldmine mit riesiger Abraumhalde vorbei, brachte uns auf eine Höhe von 1000 Fuß. Unser Ziel waren die Imperial Sand Dunes, die man von Yuma aus sehen kann, wenn kein Sandsturm ist. Aber auf der Fahrt hat es ziemlich gestürmt, war daher sehr „staubig“.
Die Dünen sind ein riesiges Freizeit-Paradies für OHV (Off-Highway-Vehicle) und steigen bis zu 100 m an. Leider konnten wir den Osborne Overlook nicht genießen, da wir unterwegs hinauf in einer Sandwächte stecken geblieben sind. Der Wind ging so stark, dass unser Detlef innerhalb kürzester Zeit immer tiefer mit den Vorderrädern versank. Zu betonen ist, dass es sich um eine ausgebaute geteerte Straße handelte. Dank tatkräftiger Unterstützung anderer Touristen konnten wir wieder befreit werden.
Wir fuhren weiter nach El Centro, wo wir auf dem Walmart Parkplatz übernachten konnten. Den Nachtmittag verbrachten wir im Kino und vergnügten uns mit dem thematisch passenden Film Dune 2. Zu einem Preis von 6$ pro Person. So günstig waren wir schon lange nicht mehr im Kino.
Zum ersten Mal seit 3 Monate haben wir eine Wanderung unternommen. Gehandicapt war ich ja bisher durch mein gebrochenes Bein. Jetzt geht es wieder und so haben wir in der Nähe von Yuma den Telegraph Pass erklommen. Wanderung 8,5 km mit ca. 400 m Steigung. Der Anstieg zur Funkstation ging über einen sehr steilen aber immerhin befestigten Weg. Die für die dortige Arbeit notwendigen Autos kämen hier sonst nicht hoch.
Ich hatte danach einen – wen wundert es – ausgeprägten Muskelkater.
Allmählich fangen hier die Kakteen an zu blühen. So haben wir zum ersten Mal gesehen wie Ocotillos, eine dornige Wüstenpflanze, blühen. Normalerweise sind diese Kakteen das ganze Jahr ohne Blätter, es sei denn es regnet. Dann bilden sich an den langen dornigen Ästen (lange Ruten) kleine Blätter und an der Spitze eine Blüte.
Beheimatet sind in dieser Wüstenregion auch Chuckwalla, die sich ziemlich aufplustern können und wie kleine Dinos aussehen.
Wir fragen uns die ganze Zeit, warum so viele Leute in Yuma überwintern. Auf jeden Fall ein Ort mit vielen lauten Pickup-Trucks und einem Military Airport mit häufigen, lauten Übungsflügen. Auch große Hubschrauber, die wahrscheinlich die Grenze zu Mexiko beobachten, sehen wir häufig.
Aber Yuma ist auch der laut diverser Quellen sonnigste Ort der USA.
Was uns vor allem aber noch aufgefallen ist, sind die vielen Kanäle, die die gesamte Region um Yuma herum durchziehen. Hier liegt das Hauptanbaugebiet für Wintergemüse der USA, wie Sellerie, Brokkoli, Karotten etc.
Colorado River an der Grenze Arizona/California – kaum größer als die Murg bei Rastatt
Die Kanäle werden vom Colorado River gespeist und das Wasser mit einem ausgeklügelten System in die Gemüsefelder geleitet. Unser Ressort liegt nicht weit vom Hauptkanal entfernt. 10 km in Richtung Norden am Kanal entlang (ist Fahrradtauglich, wenn auch nicht durchgehend geteert) und wir befinden uns in Old Town von Yuma.
Im wieder sehen wir Landarbeiter-Busse mit Toiletten auf dem Anhänger herumfahren
Wir sind so nah an der mexikanischen Grenze, dass wir unbedingt mal auf die andere Seite müssen. Los Algodones drängt sich da förmlich auf. Es ist keine 30 Minuten entfernt. Das wollten wir uns nicht entgehen lassen, nachdem unser Nachbar erzählt hat, dass an der Grenze zu Mexiko ein riesiger Parkplatz auf touristische Tagesgäste wartet. Parkgebühr 8 $ waren okay.
Der riesige Grenzzaun von Mexiko aus gesehen. Dahinter befindet sich das gelobte Land.
Dort angekommen ging es auch schnell zu Fuß nach Mexiko. Keinerlei Passkontrolle, aber jetzt wurden wir zu Gejagten. Wir waren sofort von diversen Leuten umgeben, die uns ihre Visitenkarten von örtlichen Zahnärzten unter die Nase hielten oder versuchten uns in Andenkenläden mit gewebten Decken, geschweißten Blumengestecken für den Vorgarten oder T-Shirts zu lotsen. Bei mir bewirkt das immer das Gegenteil von Interesse, ich bin dann eher auf der Flucht. Rainer sollte einen neuen Strohhut kaufen, seine Haare schneiden lassen…
In einem Laden, der Apotheke, Liquor Shop und was noch alles ist, erstehen wir ein Glas Honig. Die Amerikaner kaufen dort ihre Medikamente, die in den USA horrend teuer sind. Auch Tequila wird gerne mitgenommen. Außerdem ist es ein Eldorado für günstige Zahnbehandlungen und Zahnersatz. Angeblich gibt es in der kleinen Stadt um die 600 Dentisten.
Nach zwei Stunden hat es uns gereicht und wir wollten wieder zurück in die USA. Eine knappe 3/4 Stunden mussten wir anstehen um nach einer sorgfältigen Ausweiskontrolle wieder amerikanischen Boden betreten zu dürfen.
Die Warteschlange zurück. Es ist noch nicht einmal Mittag. Die meisten kommen nur für einen kurzen Einkauf in der Apotheke