Das Organ Pipe Natonal Monument ist ein Park direkt an der mexikanischen Grenze. Wir fuhren ewig lang durch sehr dünn besiedeltes Gebiet. Ein riesiges, militärisch genutztes, eingezäuntes Gelände war zwischen Gila Bend und Ajo, der letzten größeren Ansiedlung vor der mexikanischen Grenze, zu durchfahren und nur mit Mühe fanden wir die einzige Picnic Area um einmal zum Essen anzuhalten.
Der Twin Peaks Campground ist zwischen großen Saguaro-Kakteen super angelegt. Hier wollten wir ein paar Nächte bleiben.
Victoria Mine Trail
Victoria Mine
Wir wanderten von unserem Campground bereits am Vormittag zur Victoria Mine. Aus der Mine wurde vor allem Kupfer gewonnen. Sichtbar war noch eine Ruine und mehrere Förderstellen. Kaum vorstellbar hier zu arbeiten. Hitze und Trockenheit. Ca. 10 km verlief der Trail zwischen großen Saguaros hindurch. Die Kakteen können 200 Jahre alt und gut 12 Meter hoch werden. Ihre Arme entwickeln sie erst nach 60-70 Jahren. Das heißt, wir kamen auch an ziemlich alten Exemplaren vorbei. Der Name des Parks bezieht sich aber auf die Organ Pipes Kakteen (Orgelpfeifen). Die sind aber nicht ganz so beeindruckend, sie werden auch nicht so hoch.
Phoenix, die Hauptstadt von Arizona, hat uns mit 30° Celsius begrüßt. Mit jedem Kilometer über den Pass wurde es wärmer. Unser Übernachtungsplatz war ein Pferdehof mitten in der Stadt mit äußerst netter Inhaberin.
Vom Dobbins Outlook hatten wir einen super Blick über die Stadt und die dahinter liegenden Berge. Erreichen konnten wir den Outlook über eine lange, enge Passstraße durch Kakteenfelder. Saguaro-Kakteen, die statt Bäumen hier wachsen.
Den Desert Botanical Garden konnten wir uns da schenken und sind dafür der Empfehlung unserer Gastgeberin Sherry gefolgt und zum Essen ins Barrio Queen gegangen, einem mexikanischen Restaurant in Old Town Scottsdale. Sehr gut!
Die nächste Nacht verbrachten wir auf einer Alpaka Farm etwas außerhalb von Phoenix. Unsere Gastgeber halten ca. 30 Alpakas und haben mit uns eine kleine Führung über die Farm gemacht. Die Tiere waren zum Teil sehr zutraulich. Die Wolle ist wunderbar weich. Die Alpakas werden einmal im Jahr geschoren und die Wolle entsprechend verarbeitet. Im angrenzenden Shop konnten wir die unterschiedlichsten Produkte besichtigen und natürlich konnte man dort auch ein kleines Vermögen ausgeben.
Am Campground in Grand Canyon Village wurden wir von einer Herde Wapitis an der Dumpstation verabschiedet, die uns auch schon begrüßt hatten.
Die Weiterfahrt zu unserem nächsten Ziel nach Sedona führte uns über Flagstaff und einen schönen Pass durch den Oak Creek Canyon. Hinter Flagstaff war plötzlich eine Wolke erkennbar, die wir nicht einordnen konnten. In Sedona innerhalb des wunderschönen roten Felsengebirges machten wir am Visitor Center Halt um uns diverse Wandervorschläge machen zu lassen. Unser Campground lag weiter im Süden in Cottenwood. Je weiter wir Richtung Süden kamen umso konkreter wurde es, dass hinter der Gebirgskette in Richtung Phönix ein Waldbrand loderte.
Am nächsten Tag stellten wir fest, dass der Qualm in unsere Richtung geweht wurde. Aber wir wollten ja zurück nach Sedona und waren optimistisch, dass die Sicht nicht total vernebelt sein würde. Unser erstes Ziel den Devil‘s Bridge Trail mussten wir streichen, weil in Sedona zwar massig Touristen wandern gehen wollen aber leider kaum Parkmöglichkeiten vorhanden sind. So haben wir uns den Airport Loop vorgenommen und das hat sich trotz vernebelter Aussicht gelohnt.
Sedona wird vor allem auch von Menschen besucht, die sich durch die dort wohl vorhandenen energetischen Schwingungen (#Vortex) wieder aufbauen lassen wollen.
Die eigentlich herrlich Aussicht vom Airport Loop über das Oak Creek Valley – leider im Rauch verschwunden
Heute sind wir bei Null Grad aufgewacht. Wir waren dankbar für unsere Heizung. Für die geplante Fahrradtour in Richtung Hermits Rest waren Skiunterwäsche, dicke Socken und Handschuhe angesagt. Am Bahnhof von Grand Canyon Village vorbei fuhren wir den South Rim entlang bis zum ersten View Point. Hier stellten wir fest, dass es doch angenehmer wäre, den kostenlosen Shuttlebus bis Hermits Rest zu nehmen, immerhin 10 km weit. Der Bus hielt an jedem View Point des South Rim und ein Aus- und Zustieg war jederzeit wieder möglich.
Übrigens, der Bahnhof wird tatsächlich noch von einem Zug bedient und bringt einmal täglich Touristen von Williams aus in die Hotels von Grand Canyon Village.
Tierische Begegnungen am Grand Canyon
Fischadler hat sich im warmen vom Canyon aufsteigenden Wind nach oben treiben lassen.
Unser nächstes Ziel war der South Rim des Grand Canyon. Bereits unterwegs gewannen wir erste grandiose Eindrücke vom Canyon. Der Indian Watchtower at Desert View bot uns einen super Überblick bis zum Colorado River tief unten. Im Inneren des Towers werden interessante Einblicke in die Kunstwerke der Native Americans gezeigt.
Bis zum Campground in Grand Canyon Village fuhren wir fast jeden View Point an. Wir konnten uns gar nicht sattsehen… und die Begrüßung am Campground war auch recht nett. Eine Herde Wapitis tummelte sich an der Dumpstation. Absolut nicht scheu.
Vom Monument-Valley in Richtung Grand Canyon fuhren wir lange durch Navajo-Land. Die Straße zog sich ewig bis wir in Tuba City ankamen. Wir blieben zwei Nächte in einem RV-Park mit angrenzendem Hotel und versuchten uns an einem kleinen Radausflug, um die in diversen Reiseführern beschriebenen Dino-Fußabdrücke und versteinerten Dino-Eier zu besichtigen.
Die Straße dorthin war zunächst sehr vielversprechend asphaltiert, ging von einer gut zu fahrenden Gravelpiste und nach kurzer Zeit in eine Sandpiste über. Schon gleich auf dem ersten Meter landete ich in einer vom Sand verdeckten Spalte und bin kunstvoll abgestiegen 😉. Alles ok, aber die Lust an der Weiterfahrt war dahin. Dafür haben wir dann den Trading Post mit entsprechendem Giftshop eingehend besichtigt und erfahren, dass die weißen Siedler mit großer Selbstverständlichkeit alles was sie brauchten, zum Beispiel Wasser, den Native Americans entzogen haben.
Ein Muss für Instagramer ist der Forrest Gump Point im Monument Valley. Vorbei am Mexican Hat – ein Felshaufen mit einem runden flachen Felsen auf der Spitze gibt dem Gebilde seinen Namen. Sieht von weitem aus wie ein Mensch mit einem Sombrero.
Am Forrest Gump Point war viel los. Die Leute lagen zum Teil auf der Straße um die Felsformationen sowie den Highway entsprechend zu fotografieren. Die Aussicht war beeindruckend und weiter im Park konnten wir die rötlich leuchtenden Felsen aus nächster Nähe betrachten. Der Park ist Navajos-Gebiet und kostet noch einmal extra. Der Blick vom Visitor Center aus ist aber großartig.
Eigentlich wollten wir ja ein bisschen weiter kommen, aber nach kurzer Fahrt in Richtung Mexican Hat sind wir zum Goosenecks State Park abgebogen und waren total begeistert.
Der San Juan River schlängelt sich hier durch einen Canyon hindurch. Der Fluss hat sich tief in die Hochebene gegraben. Der Gooseneck (Schwanenhals) sieht gigantisch aus. An der Klippenkante, 300 m oberhalb des Flusses, konnten wir übernachten. Weil es so schön war, blieben wir zwei Nächte.
Die Weiterfahrt über die Cedar Mesa Hochebene in Richtung Mexican Hat endete abrupt an einer Gravel Route, die für längere RVs und Trucks nicht empfehlenswert ist. Es geht den Moki Dugway über mehrere eng am Felsen klebende Kehren 300 m in die Tiefe.
Die Straße endet am Eingang zum Valley of the Gods. Gemäß der Mythologie der Navajos sollen die dortigen Sandsteintürme versteinerte Krieger des Stammes sein. Sie sollen mit ihrer Macht und Stärke junge Krieger auf ihrem Weg begleiten können. Als Leibwächter sozusagen (siehe Wiki). Das Valley wurde auch gerne für Filmproduktionen genutzt, da es dort ähnliche Felsen wie im Monument Valley gibt.
Rainer musste in das Tal auf einer Sandpiste hineinradeln. Mir hat es nach ein paar hundert Meter schon gereicht. Durch das Tal fahren so manche Weltreisende. Rainer ist doch tatsächlich eine DS aus dem Jahr 1973 mit einem französischen Ehepaar begegnet. Sie haben mit dem Fahrzeug schon fast die ganze Welt bereist.
Nach einem wieder einmal notwendigen Ruhe- und Waschtag in Blanding waren die Natural Bridges unser nächstes Ziel. Unterwegs machten wir noch Halt an einer Tankstelle außerhalb der Gemarkung von Blanding um noch Bier zu kaufen. In Blanding wurde kein Alkohol verkauft. Allerdings ist bemerkenswert, was an Energydrinks und sonstigen ziemlich Koffein- und zuckerhaltigen Getränken erhältlich ist.
Die von der Natur durch Flussläufe und Wind geschaffenen Fels-Brücken haben wir von unserem Campground mit dem Fahrrad erkundet. Die erste angesteuerte Brücke (Sipapu Bridge) haben wir nur von oben gesehen. Wir wollten den Trail über Leitern dann doch nicht nach unten wandern. Ein bisschen Höhenangst hatte sich eingeschlichen. Der Weg zur Kachina Bridge war dann wesentlich angenehmer. Wir haben es bis unter die Brücke geschafft. Aber der Aufstieg war dann auch nicht zu verachten.
Die letzte der Brücken, die Owachoma Bridge haben wir dann erst am nächsten Tag erkundet. Sie ist die älteste Brücke und lässt sich gut fotografieren. Der Abstieg hier war einigermaßen moderat und relativ kurz.