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Von Marsala nach Agrigento

Valle dei Templi du Agrigento

Von unserem letzten gemütlichen Campingplatz bei Marsala fuhren wir ca. 120 km weiter in Richtung Agrigento. Unterwegs fanden wir uns mitten im Autochaos wieder, da sich aufgrund einer fehlenden Brücke LKWs, Busse, und sonst auch alles was fährt auf einer kleinen Straße am Rande einer Veranstaltung wiedergefunden hat. LKWs und Bus schoben sich Millimeter für Millimeter aneinander vorbei. Ein einzelner Polizist stand völlig hilflos mittendrin.

Tal der Tempel

Von unserem Campingplatz kann man einen Bus zum Tal der Tempel nutzen. Nur knapp 2,5 Kilometer entfernt befinden sich die Sehenswürdigkeiten. Da die Straße recht befahren ist und Fuß- oder Radwege hier unbekannt sind nehmen wir an, dass der Bus die bessere Alternative ist. Aber… absolut herrlich, die Buslinie führt direkt am Markt vorbei und hier herrscht Verkehrschaos. Die Autos stehen wo sie nicht stehen sollen, die Leute betrachten sich das Ganze und kommentieren und der Busfahrer einschließlich Fahrgästen bleiben cool. Dann lässt der Fahrer einen Wortschwall auf eine ältere Dame niederprasseln, die gemütlich ihre gerade gekauften Orangen im Auto verstaut und endlich den Weg frei räumt. 

Die Bushaltestelle liegt leider nicht günstig. Wir müssen auf der Straße etwa 500 m zum Eingang zurück laufen. 

Es ist noch nicht viel los. Das Areal ist riesig! Überall liegen massive Steine, die Ruinen sind gut 2500 Jahre alt. Große Statuen von Zeus liegen am Boden, eine wurde aufgestellt indem die Steine wie ein Puzzle verbunden wurden. Gut erhalten ist der Concordiatempel, einer der kleineren Tempel. 

Calatafimi Segesta

Wir verlassen Palermo in Richtung Westen. Auf Sizilien sind die Autobahnen offenbar mautfrei. Der griechische Tempel von Segesta ist unser Ziel. Der Tempel ist schon von weitem sichtbar und mutet an wie die Akropolis in Athen. Der Tempel wurde nie fertig und daher auch nie genutzt. Auf dem gegenüberliegenden Berg befindet sich das sehr sehenswerte antike Theater. Die Kulisse bildet der Berg, bei guter Sicht wohl auch das Meer im Hintergrund. Leider gibt es immer wieder heftige  Regenschauer. Die leuchtende Blumenpracht wird dadurch aber kaum beeinträchtigt.

Die Suche nach einem Stellplatz erweist sich danach als schwierig.  GPS-Daten und die Navigation unseres Garmins waren nicht hilfreich. Den ersten Platz können wir gar nicht entdecken. Für den zweiten Platz schickt uns das Garmin übers Wasser und findet dann doch noch den Platz. Er sieht aber nicht sehr vertrauenswürdig aus. Wir beschlossen einen Campground über Google Maps zu suchen und wie schon in Nordamerika führt uns Google zielstrebig zum Platz. So lernt man die Gegend kennen…

Fahrt nach Italien Etappe 1

Unsere Reise beginnt in Trossingen mit dem Kauf einer Gasflasche. Wir kommen erst relativ spät los. Unser erstes Ziel ist eine Stellplatz bei Pavia auf dem Weg zur Fähre in Genua. Wir wählen die Route über den San Bernardino Tunnel. Es  dauert zwar deutlich länger ist aber dafür ziemlich leer. Bis Milano geht es recht zügig. Dann aber merken wir deutlich die Auswirkungen des Feierabendverkehrs. Es ist schon dunkel als wir den Stellplatz beim Kloster Certosa di Pavia erreichen.

Certosa di Pavia

Nach einem gemütlichen Frühstück im trauten Heim (10 Monate in Nordamerika) wandern wir zum Kloster Certosa Di Pavia. Bis 12:00 Uhr ist der Eintritt frei! Erbaut wurde das Kloster vom 14. bis zum 16. Jahrhundert. Es macht einen feudalen Eindruck. Die Padres hatten jeweils eigene „Appartements“ mit einer kleinen Kapelle. Die Klosteranlage wurde ursprünglich für den Kartäuserorden erbaut. Gegründet wurde das Kloster 1396, zwischendurch aufgelöst und 1968 wiederbesiedelt ( siehe Wiki). Wir dürfen uns einer Führung anschließen und können alle freigegebenen Räume besichtigen. 

Gegen Abend fahren wir weiter Richtung Genua. Natürlich sind wir zu früh dran, sind aber nicht die ersten.

Mit der La Suprema nach Palermo

Fähre fahren in Italien ist immer wieder lustig. Erst tut sich gar nichts und dann muss alles ganz schnell gehen. Kaum sind wir an Bord stehen wir vor unserer Kabine – aber ohne Schlüssel. Den Menschen mit dem Schlüssel müssen wir erst suchen. Die Rezeption ist hier nicht zuständig. Die Kabine ist größer als so manches Hotelzimmer. Nach einem Aperol Spitz und einem Peroni ziehen wir uns auf das Zimmer zurück. Die Fähre legt pünktlich um 22 Uhr ab.

Palermo

Der Tag auf der Fähre verlief träge und wir dachten, wir kommen gar nicht mehr hoch. Um 16:30 Uhr mussten wir die Zimmer verlassen, weil der Reinigungsdienst anfangen wollte. Bis zum Anlegen der Fähre dauerte es dann noch 2 Stunden.

Nach einem kleinen Umweg haben wir unseren ersten Stellplatz in Palermo erreicht. Gut versteckt, so dass wir erst einmal vorbei gefahren sind. 

Stadtbesichtigung

Wir wachen auf und es regnet wie angekündigt. Während einer Regenpause machen wir uns auf den Weg in die Stadt. Eine gute Stunde laufen wir bis zum Quattro Canti, dem Zentrum der Altstadt. Hier wirkt alles sehr chaotisch. Autos parken kreuz und quer. Fußgänger werden ignoriert. Müll ist allgegenwärtig. Aber einen besonderen Reiz strahlt die Stadt trotzdem aus und es macht Spaß durch die Straßen zu spazieren.

Immer wieder gibt es interessante Ecken zum Beispiel ein enger Innenhof mit einer hohen Palme mitten darin. Die Architektur ändert sich von Straße zu Straße. Immer wieder enge Gassen und eine Kathedrale an der offensichtlich Jahrhunderte gebaut wurde.