Zusammen mit Patrick und Alexandra wanderten wir im Parc Jacques-Cartier den Wanderweg „Les Escarpement“ rund 11 km lang. Eine schöne Wanderung durch unterschiedliche Vegetationszonen des Mittelgebirges und einen schönen Ausblick ins Flusstal. Abends Grillen auf der Dachterrasse, hoch über Québec!
Eigentlich wollten wir den Reifenwechsel erst im September/Oktober angehen, aber die Abnutzung der Reifen hat sich auf den rauen Straßen deutlich beschleunigt und das Profil ist kaum noch sichtbar. Michel war so freundlich und hat uns in Québec eine Montage organisiert.
Bei unserem Frontantrieb merkt man halt schon, wenn‘s mal ein bisschen glitschig wird, also hat er jetzt Winterreifen.
Unser nächstes Ziel war dann Canadian Tire, das Geschäft, das alles hat was das Camper-Herz begehrt und noch mehr. Wir haben ein Moskitozelt erstanden. Das wird wohl auch nötig sein…
Weiter ging es auf einen Stellplatz in der Nähe des Hafens. Der Weg dorthin hat uns mit diversen Gerüchen versorgt und uns an Karlsruhe erinnert. Papierfabrik etc. Von dort konnten wir allerdings die Innenstadt von Québec mit dem Fahrrad problemlos erreichen. 6,2 km zu Patrick und Alex, mit Hilfe eines Fahrstuhls in die Oberstadt nicht ganz so schlimm. Rainer konnte trotzdem hier eine kleine Bergeinheit einlegen. Einmal kurz sehr steil auf den Turmberg. Zur Belohnung gab es Sushi im „Le Tokyo“.
…ich glaube, in Zukunft werde ich mich nicht mehr über Baustellen in Karlsruhe beklagen. Quebec toppt diese bei weitem…
Auf der Weiterfahrt vom Nationalpark bis zu unserem Camping in Quebec gab es sogar direkt vor dem Eingang zum Campground eine Baustelle mit diesen Riesen-LKWs.
Abends haben wir den Nahverkehr in Quebec City ausprobiert und sind mit der Metro-Linie 801, einem Bus, von der Endhaltestelle bis ins Stadtzentrum gefahren um Patrick und Alexandra zu treffen.
Mitten in der Stadt
Die beiden wohnen mitten in der sehr bergigen Stadt natürlich oben. In ihr Stadtviertel gibt es sogar einen öffentlichen Aufzug und von ihrer Dachterrasse haben die beiden einen wunderbaren Blick auf Quebec.
Abends um 10 Uhr war im Hafen am Lorenz noch ein Feuerwerk angesagt. Das wollten wir uns nicht entgehen lassen. Vom Chateâu Frontenac hatten wir einen sehr guten Blick darauf.
Der Trip von Les Éboulements in Richtung Nationalpark war schon abenteuerlich. Die Straßen haben Steigungen von bis zu 18 %. Ein Auf- und Ab und man sieht nicht hinter die nächste Kuppe.
Das Visitors Centre Mont-du-Lac-des-Cygnes liegt ca. 3 km von unserem Camping Le Pied-des-Monts entfernt. Am Centre ist unser Einstieg zur Wanderung auf den Mont du Lac-des-Cygnes. Wir liefen den Le Pioui (rustique) einen Rundweg auf einer Länge von 11 km und 450 Höhenmeter. Der Anstieg ging über eine „Naturtreppe“ durch Wasser und griffige glatt geschliffene Felsen. Wesentlich angenehmer als der Anstieg auf den Mont Jacques Cartier. Oben auf dem Mont du Lac-de Cygnes (Schwanensee) angekommen hatte man einen herrlichen Rundumblick. Sogar den Lorenz konnte man in der Ferne erahnen.
Umweltsünden – Tagebau
Von hier oben kann man den Krater eines Meteoriteneinschlag vor 450 Mio Jahren gut erkennen. Der Berg ist ein Teil des Kraterrands.
Der Abstieg verlief zum Teil über Holztreppen. Angekündigt war, dass man doch auf seine Knie aufpassen soll. War aber halb so schlimm. Diese Seite hätten wir aber nicht hinauf steigen wollen. Vom Visitors Centre ein stetiger 4,3 km langer Anstieg bis auf den Gipfel…
Zum wiederholten Mal wurden wir auf unseren Detlef angesprochen. So ein Wohnmobil findet man in Nordamerika nicht. Auch die Unterlegkeile fanden ihre Bewunderer.
Bei unserem letzten Kanada-Besuch 2019 haben wir schon einmal den Lorenz mit der Fähre überquert. Aber damals von Trois-Pistoles nach Les Escoumins. Dieses Mal hatten wir eine kürzere Fahrtzeit von nur 70 Minuten von Rivière du Loup nach Saint-Siméon. Unser Detlef ging noch mit 6,9m als PKW mit Überlänge durch, d.h. 20 $ gespart…
Unser Ziel war ein Stellplatz mit Blick auf die L‘Isle-aux-Courdes. Schöner Platz (Lieblingsplatz von Alexandra und Patrick) aber inzwischen kostenpflichtig. Er liegt an der Route du Fleuve, die sich an der Küste des Lorenz entlang schlängelt mit ziemlichen Steigungen.
Am Stellplatz waren wir auch wieder dankbar für unser Mückenspray. Wir müssen uns doch noch ein entsprechendes Schutzzelt anschaffen…
Alex hatte für uns und ihre Eltern eine begleitete Kajaktour auf dem Lorenz gebucht. Los ging es um 13:00 Uhr.
Vorher waren wir noch im Nationalpark auf einer kurzen Wandertour und konnten dabei auch von weiterem einige Seehunde sichten.
Die Kajaktour war sehr gut organisiert. In voller Montur mit Wetsuits, Schwimmweste, wasserfestem Behältnis und einer Schürze zur Abdeckung des Sitzes haben wir uns zusammen mit unserem Kajak ins Wasser getraut. Ausgestattet war das Kajak auch mit Pedalen zur besseren Lenkung des Bootes. Ein leichter Wind hat dafür gesorgt, dass doch – laut unseres Guides – ein leichter Wellengang spürbar war.
Die Tour hat sehr viel Spaß gemacht, auch mir als absolutem Neuling.
nach unserer Tour zum Mont Jacques Cartier war die Rückfahrt über die Schlaglochpiste zur 132 wieder zu bewältigen. Knapp eine Stunde für ca. 30 km. Da könnte uns auch ein Moose begegnen, ohne dass die Gefahr einer Kollision besteht. Ein wachtelähnliches Federfieh stand hier dann auch ganz bequem auf der Straße herum während wir langsam ranzuckelten.
Weiter ging es zu unserem als nächstes gebuchten Campground am Nationalpark BIC im kleinen Ort St. Fabien. Dort waren wir wieder mit Patrick und Alexandra verabredet.
Kirche von Saint Fabien sur Mer
Ein Ruhetag war eingeplant, zumindest für mich, Rainer hat eine leicht anstrengende Rad-Tour gemacht. Die Anstiege hatten es wohl in sich…
Farmen an der einsamen Landstraße von St. Fabien nach Bic
Nachdem wir nach unserer Schlagloch-Tour auf unserem Sepaq-Campground gelandet waren, sehr ruhig und schön gelegen, haben wir am folgenden Tag den Mont Jacques Cartier bestiegen. 500 Höhenmeter auf ca 4,5 km verteilt, sprich ein ziemlicher Anstieg für ungeübte nicht trainierte Wanderer, mich eingeschlossen. Rainer ausgenommen.
Der Einstieg zum Trail war nur per Shuttle ab dem Campground möglich.
Die Wanderung führt durch unterschiedliche Vegetationszonen, Wald, Tundra und Hochalpin. Der Weg ist sehr steinig und wir waren froh um unsere hohen Wanderschuhe. Auf dem Gipfel sind noch Reste von militärischer Nutzung sichtbar, d.h., da waren auch mal Fahrzeuge oben.
Oben konnten wir dann von weitem Caribous beobachten. Es hat sich also gelohnt. Auf der speziell als Caribou-Trail ausgewiesenen 1 km lange Rundtour hat sich allerdings kein Caribou gezeigt.
… also wer sich bei uns über manche schlechte Straßen beklagt, war noch nie in Kanada auf dem Weg zu einem Nationalpark. Die 132 ist ordentlich ausgebaut; auch die ab Gaspé in die Berge führende 198. Mitten durch die Halbinsel.
Dort haben wir in Murdochville Rast gemacht. Die Stadt hatte zu ihrer Hoch-Zeit 4000 Einwohner und ist heute auf ca 600 geschrumpft. Knapp 50 Jahre wurde hier Kupfer abgebaut. 1999 war dies zu Ende. Weiter zum Nationalpark ging es dann wieder auf die 132 und dann eine Gravel-Route (üble Schotterpiste) 27 Kilometer bis zum Park. Schlaglöcher zum Teil richtig tief und mit Wasser gefüllt und dann diese seltsamen Rillen (Typ Wellblechpiste), die unseren Detlef ziemlich durchgeschüttelt haben.
Der Festival-Stellplatz hat sich als ziemlich nass erwiesen. Die Fahrt dorthin ging über die Wiese. Der Weg daneben war zu schlammig zum durchfahren. Wir sind aber trotz Bedenken wieder gut weggekommen.
Rochen Percé
Unsere Tour ging weiter auf der 132, die immer an der Küste entlang rund um die Halbinsel Gaspésie führt. Hier reiht sich Ort an Ort. Die Kirchen werden immer größer, so hatten wir den Eindruck. Die Einkaufsmöglichkeiten waren durchweg vorhanden, selbst Dieseltankstellen. Die Familie Irving ist auch hier stark vertreten.
Am frühen Nachmittag kamen wir in Percé an. Unser Campingplatz lag mitten im Ort. Alles sehr touristisch. Der berühmte vorgelagerte Felsen von Percé ist ja auch sehr schön, insbesondere dann, wenn die Sonne darauf scheint. Da hatten wir Glück. Wir dachten schon der Regen hört nicht auf.
Leider war es dann schon zu spät für eine Bootsfahrt. Wir wollten dies dann am nächsten Vormittag nachholen, haben es dann aber doch nicht mehr geschafft. Wir wollten weiter Richtung Norden, zum Parc National de la Gaspésie.