Die zweite Distillery ist mit der vorherigen nicht zu vergleichen. Es handelt sich hier eher um eine Bar. Auf dem Stellplatz davor gab es für uns viel Platz und einen Nachbarn mit einem RV in Busgröße und angehängtem PKW. Der Generator lief bis spät in den Abend…
Schulbusse, immer wieder große Parkplätze mit zahlreichen gelben BussenSelf Storage in jedem Ort, also Lagerplätze für Leute, die keinen Platz mehr haben
Die Stellplätze an Distillerys über Harvest Host kann man empfehlen, wirken sich aber negativ auf das Budget aus. Über Knoxville fuhren wir weiter auf eine dann wesentlich günstigere Unterkunft, mal wieder eine kleine Farm.
Christy unser Host empfing uns superfreundlich und lud uns gleich ein, ihre Farm zu besichtigen. Diese liegt schon fast inmitten eines Wohngebiets das allmählich erschlossen wird. Nach und nach wurden die Grundstücke rings herum verkauft und Häuser darauf gestellt. Christy hat eine kleine Schafherde, mindestens ein Dutzend Enten, kleine Schweinchen und einige Hühner. Ein paar Lämmer sollten verkauft werden. Ihr Geblöcke wurde mit Gospelmusik übertönt damit der Rest der Herde ruhig blieb.
Wir fuhren auf der Interstate weiter über die Smokie Mountains, fast eine Passstraße. Die höchsten Berge östlich des Mississippi.
Auf der Suche nach einem Rastplatz entdeckten wir das von der Familie Vanderbilt Ende des 19. Jh. im Stil der Loire-Schlösser erbaute Schlösschen Biltmore Castle. Für 105$ pro Person ist das Traumschloss inclusive Gartenanlagen zu besichtigen. Für ca. 65$ kann man durch den Garten fahren.
Derartige Preise schrecken uns eher ab. Der Eintritt ins Original Loireschloss kostet 25 Euro…
Wir fuhren weiter über Florence in Alabama nach Tennessee. Unser Übernachtungsplatz und Ziel war die Prichard‘s Distillery, mal wieder über Harvest Host gefunden.
Die Distillery ist in Privatbesitz und liegt mitten im Farmland. Betrieben wird sie von einer Familie. Lediglich 6 Personen arbeiten hier und alle machen alles. In nicht allzu weiter Entfernung liegt auch die Brennerei von Jack Daniels. Wir waren überrascht von der Vielfalt der angebotenen Brände der kleinen Distillery, zumal die Flaschen per Hand abgefüllt und etikettiert werden. Natürlich haben wir auch einen echten Tennessee-Whiskey gekauft. Wieder ein teurer Stellplatz.
Graceland wurde es zwar nicht, aber so fanatische Elvis-Fans sind wir halt nicht. Der Geburtsort von Elvis Presley, das Städtchen Tupelo liegt direkt am Parkway, so dass wir beschlossen, dem Ort einen Besuch abzustatten.
Zu sehen ist ein kleines Häuschen (Eintritt beinhaltet auch des Besuch des Elvis-Museums, 18$ p.P.) und ein großer Park, in dem Elvis gehuldigt wird. Inklusive einer Bronze-Statue. Die Plastik wird „Becoming“ genannt. Sie zeigt den jungen 11-jährigen Elvis sitzend vor dem erwachsenen erfolgreichen Elvis.
Über den Parkway folgten wir den Spuren der Boat Men, die mit dem Boot und ihren Waren den Fluss abwärts gefahren und dann zu Fuß wieder Richtung Norden zu ihrem Ausgangspunkt gelaufen sind. Heute ist der Parkway eine gut ausgebaute Straße. Aber wenn man sich vorstellt, hier zu Fuß durch die Sümpfe zu waten und in den manchmal noch vorhandenen Hohlwegen unterwegs zu sein. Nein danke! Angeblich haben die Leute um die 20 Tage für die lange Strecke gebraucht.
Auf unserer Fahrt konnten wir viele entwurzelte Bäume und hohe Wasserstände sehen, so dass wir froh waren, nicht während des Unwetters ein paar Tage vorher hier unterwegs gewesen zu sein.
Der alte PfadDie Reste von Rocky Springs
Insgesamt waren wir drei Tage auf dem Natchez Parkway unterwegs. Die Straße ist der Park und verläuft über Mississippi und Alabama nach Nashville in Tennessee. Immer geradeaus und links und rechts von Wäldern mit frischem frühlingsgrün flankiert. Am Straßenrand konnte man nicht anhalten – soft sholder – die vielen einzelnen Trail-Stopps bieten drei Autos Platz und haben vorwiegend Informationstafeln.
Unser nächster Haltepunkt war Natchez. Das Städtchen am Mississippi war ein wichtiger Handelspunkt für Waren, die über den Mississippi von Norden nach Süden transportiert wurden. Häufig ging es auch noch weiter nach New Orleans.
Zum ersten Mal haben wir über unsere Wetter App eine Tornadowarnung, Warnung vor Sturzflut und floody Roads schon morgens um 7 Uhr erhalten. Wir wollten nach Houmas House weiterfahren und haben auch einen Versuch gestartet. Wir kamen nicht weit, was schon fast zu erwarten war. Unser Stellplatz stand auch schon unter Wasser. An der ersten Unterführung stand bereits ein Auto am Straßenrand und fuhr nicht mehr weiter, das Auto direkt vor uns ist umgekehrt und wir dann natürlich auch. Der zweite Versuch ging in die entgegengesetzte Richtung, aber auch hier war kein durchkommen. Ich wollte schon durchwaten, aber ein uns überholender Autofahrer ist ein Stück in die Flut hineingefahren und dann aber schleunigst in den Rückwärtsgang. Wir fuhren also zurück zu unserem Campground und haben noch um eine Nacht verlängert.
Houmas House
Am nächsten Tag konnten wir dann auf relativ trockenen Straßen weiterfahren. Mangels Kanalisation waren aber alle Gräben und Kanäle bis zur Oberkante mit Wasser gefüllt.
Das Houmas House ist eine Villa im Südstaaten-Stil, man denke an „Vom Winde verweht“ in einem schönen Garten und direkt am Mississippi hinter einem Deich gelegen.
Ein junges Mädchen war unser Guide. Sie ratterte ihr Wissen im Eiltempo herunter. Ursprünglich wurde das Haus im französischen Stil für einen Plantagenbesitzer (Plantation) um 1775 erbaut. Daniel Clark, der Besitzer Anfang des 19. Jahrhunderts, baute die erste Zuckermühle am Mississippi. Er hielt mit am längsten in Louisiana an der Sklaverei fest.
An das ursprüngliche Haus ist die heute zu besichtigende Villa 1840 errichtet worden. Sie gehörte zunächst einem reichen Zuckerbaron, der sich mangels Nachwuchs Hunde wie Menschen gehalten hat. Ausgestellt war auch ein Brautkleid für einen Hund….Leider durfte man im Haus nicht fotografieren.
Außerdem wurde das Haus als Filmkulisse genutzt und hat auch Bette Davis eine Schauspieldiva beherbergt, die sich gerne mit ihrer Rivalin Joan Crawford gestritten hat.
Wir haben uns ja schön häufiger über schlechte Straßen ausgelassen, aber die Fahrt von Avery Islands nach New Orleans war diesbezüglich besonders auffällig. Uns hat’s ganz schön durchgeschüttelt.
Auf unserem RV Park haben wir dann ein bisschen von der angekündigten Sonnenfinsternis gemerkt, es wurde dunkler. Eigentlich wollten wir ja zur Eclipse in San Antonio sein. Aufgrund der Wettervorhersage hatten wir dann aber umdisponiert.
Das Holocaust Denkmal am Ufer des Mississippi Viele Bürger von New Orleans haben im Holocaust Verwandte verloren
New Orleans lohnt sich. Wir fuhren vom Resort aus direkt ins French Quarter. Adam unser freundlicher Fahrer wollte uns dann am Nachmittag wieder zurückbringen. Zunächst sind wir zum Mississippi gewandert. Am Bahnübergang mussten wir ziemlich lang warten bis der vorbei kriechende Güterzug endlich zu Ende war und wir direkt am Wasser waren. Der Schaufelraddampfer Natches hat uns während der Wartezeit mit Dampfmusik unterhalten.
New Orleans ist tatsächlich eine Stadt in der man sich vorstellen kann zu leben. Nicht so eine gesichtslose Downtown wie sonstige nordamerikanische Städte. Die niedrigen bunten Häuschen im French Quartier wirken sehr sympathisch, überall gibt es Live-Musik und viele Kneipen. Louis Armstrong, ist ein ganzer Park gewidmet. Alles was wir sehen wollen ist fußläufig erreichbar.
Abends probierten wir dann auch einheimische Kost wie Gumbo und Cajun red beans.
Die MarkthallenDie Jungfrau von Orleans – ein Geschenk Frankreichs
Ich bin eigentlich kein großer Fan von zu scharfem Essen. Die Tabasco Company auf Avery Island anzuschauen hat sich aber durchaus gelohnt.
Das Unternehmen bietet eine Self-guided Tour an, die den Pfeffer-Anbau, die Fassherstellung, die Lagerung der Sauce in diesen Fässern und die spätere Verarbeitung zur Pfeffersouce sowie die Flaschenabfüllerei zeigt. Auch hat man dort die Möglichkeit, die unterschiedlichen Soucen zu probieren und natürlich dann zu kaufen.
Unser Ziel war ein Platz am Meer, bzw. am Golf von Mexiko. Eine Harvest Host Möglichkeit wollten wir dazu nutzen. Unsere Host Stacy hat uns dann einen sehr schönen festen Strand verraten der auch zum wild campen geeignet ist. Hier standen auch einige Camper herum. Bei Stacy und ihrem Partner Jeff, einem Musiker, haben wir uns dann noch auf ein Shiner Beer getroffen. Die beiden wollten einiges über unsere bisherige Tour wissen. Ihr Grundstück liegt eher im sumpfigen Gebiet hinter der Strandlinie. Das heißt, Alligatoren im Wasser und massenhaft Moskitos. Unser Canada Spray hat uns gute Dienste geleistet.
Stacy hat uns erzählt, dass vor drei Jahren ein Hurricane die Küste getroffen hatte und nachdem die Leute angefangen hatten aufzubauen, hat der nächste Hurricane alles zunichte gemacht. Ein großer Teil der Anwohner kam nicht wieder zurück. Die örtliche Highschool hat momentan nur 18 Schüler. Stacy und Jeff leben auf ihrem Grundstück in Containern, die sie nach und nach ausbauen.