Mit Frühsport sollst du den Tag beginnen! Ein paar Übungen vor dem Womo und schon ist der Rücken elastischer.
Die Fahrt nach Coburg verläuft entspannt. Wir wollen uns dort mit Geschwistern und Freunden treffen.
Unterwegs melden sich Hamburg und Freising und zuletzt noch unsere Hockenheimer. Die ersten sind schon relativ früh im Hotel und kümmern sich bereits um unser Abendessen.
Wir sind immerhin die ersten auf dem Stellplatz mit Blick auf die Veste Coburg. Wir warten dort auf Ingrid und Michael und gehen dann zusammen zum Bräu-Stadl, wo wir bereits erwartet werden. Immerhin eine knappe halbe Stunde vom Stellplatz in die Stadtmitte von Coburg.
Im Bräu-Stadl gibt es typisch oberfränkisches Essen. Bratwurst, Sauerbraten, Coburger Rutscher (Klöse) und ein gutes Bier.
Auf dem Weg nach Augsburg liegt Sulzemoos. Hier befindet sich Bayerns größter Wohnmobil-Händler, den wir sonst nur immer von der Autobahn aus gesehen haben. Also ist mal ein Besuch fällig. Wir sind überwältigt von der Vielzahl an Wohnmobilen, die hier herumstehen. Fast alle Marken, die man in Deutschland kaufen kann gibt es hier. Allerdings gibt es kein WoMo, das das großzügige Raumangebot unseren Fahrzeugs toppen kann. Wir brauchen also noch nicht auf ein neues Womo sparen. Ein Besuch des „Mega-Stores“ bringt ein paar Accessoires für unsere Omnia, einen Silikon-Einsatz und ein Thermometer.
Augsburg ist dann schnell erreicht. Direkt am Fluss Wertach finden wir einen Stellplatz. Nach mehrmaligem umparken und einkaufen (am nächsten Tag ist Feiertag und Wochenende) bewegen wir zum ersten Mal auf dieser Tour unsere Fahrräder. Wir radeln zur Fuggerei, der ersten Sozialsiedlung der Welt. Vor 500 Jahren ist Jakob Fugger gestorben, der die Siedlung ins Leben gerufen hatte. Man nannte ihn auch „der Reiche“ , heute vielleicht vergleichbar mit Elon Musk, ähnlich skrupellos wenn es um die Erweiterung seines Vermögens ging. Bis heute leben etwa 150 Menschen in der Siedlung und beten jeden Tag drei Vaterunser für das Seelenheil des alten Fugger.
Augsburg ist in unseren Augen nicht besonders hübsch nach dem Krieg wieder aufgebaut worden. Es wirkt zum Teil etwas chaotisch, wobei es Rainer gar nicht gefallen hat, ich finde es gar nicht so schlimm. In Alt-Augsburg hat man sich bemüht, die Häuser nach der Zerstörung im 2. Weltkrieg zumindest von der Parzellierung her ursprünglich zu lassen. Das Rathaus liegt etwas oberhalb von Alt-Augsburg. Im Dom waren wir nicht, es wurde dann dunkel und Radfahren in Augsburg ist trotz vieler Radwege oder so etwas ähnlichem durch die vielen Autos ziemlich ungemütlich zu befahren. Also Radweg zwischen fahrenden und parkenden Autos. Augsburg war aber bestimmt mal sehr imposant und zum Teil auch reich. Wahrscheinlich muss man länger in der Stadt bleiben um tiefer einzutauchen. Der eilige Tourist fährt etwas unzufrieden weiter.
Wir mussten unbedingt mal wieder nach München, wenn auch nur für einen Tag. Von Dachau aus kommen wir schnell mit der Bahn in die Stadt und sind auch bald an den Pinakotheken angekommen.
Das StadtbildJoseph Beuys
Wir wollen die Pinakothek der Moderne besuchen. Hier stärken wir uns erst einmal im lichtdurchfluteten Foyer. Im Museum sind Bilder des 20. Jahrhunderts nach Themen ausgestellt. Mix & Match nennt sich die noch bis August nächsten Jahres laufende Ausstellung, die die Sammlung des Museums neu entdecken lässt. Die Objekte werden in einem neuen Bezug zueinander ausgestellt.
Eine Ausstellung mit Schwerpunkt Design ist im Untergeschoss und hält viele altbekannte Haushaltsgegenstände inclusive einer Frankfurter Küche bereit.
Rainer vor Söders Raumschiff
Anschließend lassen wir München nochmal auf uns wirken. Wir bummeln durch die volle Fußgängerzone und stellen fest, dass die Auswahl deutlich besser ist als in unserem kleinen Städtle. Wir kaufen aber trotzdem nichts!
Nach unserem Verwandtschaftsbesuch wandern wir in den kleinen Ort Rottenbuch, der hauptsächlich aus einer alten Klosteranlage mit dazugehöriger üppig ausgestattete Klosterkirche im Rokoko-Stil besteht. Welch ein Gegensatz zu den ärmlichen Bauernhöfen, die wir gestern besichtigt haben. Beides stammt etwa aus der gleichen Zeit. Deutlich wird hier einerseits Reichtum und Prunk sichtbar, wahrscheinlich auf Kosten derer, die andererseits nur das nötigste zum überleben hatten. Die gute alte Zeit! Welch ein Glück, dass wir heute leben!
Von Rottenbuch sehen wir die Wallfahrtskirche von Hohenpeißenberg, die wir als Nächstes anschauen wollen.
Wir fahren auf den Berg mit dem angekündigten schönsten Rundblick auf die Alpen und das Alpenvorland. Von hier aus sehen wir das ganze Panorama der Allgäuer Alpen und mitten drin die Zugspitze. Auf der anderen Seite sind der Ammersee und weiter entfernt auch der Starnberger See zu sehen.
Den fahren wir zu einem weiteren Verwandtschaftsbesuch mit Übernachtung in Pöcking an.