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Eine Tour Ende Oktober 2025, die uns zunächst durch unbekannte Ecken Baden-Württembergs führt und weiter Richtung Bayern geht.

Schwäbisches Bauernmuseum Illerbeuren

Wir wollen am späten Nachmittag bei Tante Ruth in Rottenbuch aufschlagen und überlegen ob wir noch eine Fahrradtour um den Federsee herum in Angriff nehmen sollen.  Es regnet zwar nicht und es ist auch sonniger aber ziemlich kalt. So beschließen wir, auf dem Weg nach Rottenbuch das Freilichtmuseum Illerbeuren zu besuchen.

Wir programmieren das Navi und lassen uns über kleinste Straßen, steile Auffahrten und ebensolche Abfahrten durch tiefe Wälder zum Museum leiten. Bei Dunkelheit wollten wir das nicht fahren. 

Das Museum ist sehr großflächig. Bauernhäuser ab dem 30jährigen Krieg sind ausgestellt. Viele der Gebäude wurden aus der Umgebung hierher umgezogen.

Sehr interessant sind die Geschichten der Häuser und ihrer Bewohner. Häufig ist die gesamte Historie des Hofes bekannt. Oft sind es sogenannte Sölden, das heißt eine Landwirtschaft mit Nebenerwerb, die ausgestellt werden. Der Bauer oder die Bäuerin übten noch ein Handwerk aus um einigermaßen über die Runden zu kommen. Für fast alle ausgestellten Höfe galt: zu wenig zum leben und zu viel zum sterben. 

Federsee

Wir fahren weiter zum ursprünglichen Ziel von gestern, nach Bad Buchau am Federsee. Der See war auch schon Thema im Heimatkunde-Unterricht in der Schule. Nur sind wir bisher nicht dort gewesen. 

Trotz Regen und Kälte fahren wir durch Oberschwaben. Es scheint sich hier um ein Hochplateau zu handeln; wir bleiben immer auf ca. 650 m Höhe.

Bad Buchau ist ein netter kleiner Kurort mit großer Klinik und Therme. Der See selbst ist durch Gletscher entstanden und zu sehen ist vorwiegend ein Moor mit viel Schilf. Auf einem Steg wandern wir 1,4 Km in den See hinein. Ein Paradies für Wasservögel und ihre Bewunderer. Es ist windig, und gefühlt liegt die Temperatur unter 0 Grad.

Pfahlbauten Unteruhldingen am Bodensee

Nach einem späten Frühstück verlassen wir Rainers Eltern erst gegen Mittag in Richtung Bodensee. Es ist kühl aber noch ein wenig sonnig. In Unteruhldingen ist eindeutig Nebensaison. Alle Gaststätten haben geschlossen, sogar der Kiosk vor dem Museum hat schon Saisonende. 

Das Museum ist aber geöffnet und die Pfahlbauten sind alle zugänglich. Es sind einige Guides unterwegs, die das Leben der Bronzezeit den Besuchern näher bringen sollen. Die Bauten sind sehr schön rekonstruiert und mit vielen Beispielen über die mögliche Ausstattung der Gebäude versehen. Eine Videoshow bringt uns die Geschichte der Entdeckung der Ansiedlung und die Arbeiten der Archäologen näher. Interessant ist, dass ein Teil der rekonstruierten Häuser auf Funde im Federsee zurückzuführen sind. Das Museum ist aufwändig gestaltet und die Höhe des Eintrittspreises berechtigt.

Wir bleiben doch nicht auf dem großen Parkplatz in Unteruhldingen stehen sondern fahren weiter in Richtung Oberschwaben, Ziel Federsee Bad Buchau. 

Hier ist es deutlich hügeliger als gedacht. Wir erreichen Höhen von über 700 Meter. Ein Baustelle zwingt uns zu einer Umleitung, so dass wir auf einen WoMo-Stellplatz in dem kleinen Ort Burgweiler bei Ostrach landen. Direkt neben einer Sporthalle. Es ist einsam und ruhig. Wir sind froh, dass wir den Parkplatz am Bodensee verlassen haben.

Zum Atomkeller in Haigerloch

Wir beginnen unsere Herbsttour am späten Freitagnachmittag nachdem unsere Babysitterdienste nicht mehr benötigt werden. Wider Erwarten und trotz Beginn der Herbstferien in Baden-Württemberg kommen wir ganz gut durch die Dauerbaustelle Pforzheim und die Hindernisse um Stuttgart auf die A81.

Unser Ziel ist Haigerloch, das wir nur aus Erzählungen kennen. Das Städtchen liegt im und um das Tal der Eyach, die den Ort durchschneidet und von den Höhen der Schwäbischen Alb in den Neckar fließt. Wir bekommen einen ersten Eindruck von der Stadt, als wir aufgrund einer Umleitung erst nach einer Berg- und Talfahrt am leeren Stellplatz ankommen. Wir bleiben die einzigen auf dem Platz.

Nach einer ruhigen Nacht wandern wir morgens hinab ins Tal der Eyach. Unterhalb des Schlosses, tief unten im Schloßberg ist der als Museum eingerichtete Atomkeller. Hier hatten sich Deutschlands Atom-Wissenschaftler 1944/45 versteckt um einen Atommeiler zu bauen. Die Geschichte drum herum ist schön aufbereitet und trotz des kleinen Museums halten wir uns relativ lange dort auf.

Gegen Mittag fahren wir über das Städtchen Rosenfeld zu Rainers Eltern.